Müllheim Pedelecs sind für Diebe attraktiv

Alexander Anlicker
Die Führungsgruppe des Polizeireviers Müllheim mit Revierleiter Thomas Müller (Mitte) seinem neuen Stellvertreter Christian Hummel und Petra Knauf. Foto: Alexander Anlicker

Die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2022 weist nur eine geringe Zunahme der Fallzahlen auf. Wenig bis gar keine Körperverletzungsdelikte gab es auf Festen und an der Fasnacht. Die Zunahme von Sexualstraftaten bereitet der Polizei Sorgen.

Mit 4714 Straftaten zählte die Polizei im vergangenen Jahr nur 73 Fälle mehr als im Jahr zuvor. Während andernorts die Zahl der Straftaten nach der Pandemie wieder angestiegen ist, bleiben die Fallzahlen im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Müllheim stabil.

Erfreulich ist, dass die Zahl der Körperverletzungsdelikte von 415 auf 402 Fälle zurückgegangen ist. Anders als nach der Corona-Zwangspause befürchtet gab es kaum bis gar keine Straftaten an Festen, berichtete der Revierleiter, Polizeioberrat Thomas Müller. Auch bei der Fasnacht in diesem Jahr sei alles friedlich verlaufen, ergänzte er. Dennoch hat die Straßenkriminalität zugenommen. Verantwortlich dafür sind 230 Fälle von Sachbeschädigungen an Fahrzeugen, wie beispielsweise abgetretene Außenspiegel, sowie Fahrraddiebstähle mit 236 Fällen.

Teure E-Bikes im Visier

Im Visier der Langfinger sind insbesondere teure E-Bikes. Seit Jahresbeginn wurden schon 60 Pedelecs gestohlen, berichtete Müller. Während gestohlene Autos europaweit ausgeschrieben werden, sei dies bei Rädern nicht der Fall, erklärt der Revierleiter, dabei sei ein Pedelec für 4000 Euro teurer als manches Auto. Die Fahrraddiebstähle fänden entlang der gesamten Rheinschiene statt, wo die Fluchtwege über die Grenze kurz und das Risiko für die Täter gering seien. Die organisierten Täter brächten die Räder häufig über über die Grenze nach Frankreich oder in die Schweiz, wo sie übers Internet verkauft würden.

Wohnungseinbrüche

Im vergangenen Jahr haben die Wohnungseinbrüche wieder leicht zugenommen. 1102 Fälle wurden im Revierbereich gezählt, 114 mehr als im Vorjahr. Vor Corona im Jahr 2019 waren es noch mehr als 1524 Fälle.

Rauschgiftkriminalität

Rückläufig sind die Zahlen bei der Rauschgiftkriminalität mit 473 Fällen im Vergleich zum 682 im Vorjahr. Geschuldet ist dies auch einem Strategiewechsel der Polizei. „Es geht uns nicht um den kleinen Kiffer“, sagt Müller. Stattdessen richten die Beamten ihren Fokus auf die Hintermänner. In Müllheim sind ihnen im vergangenen Jahr zwei große Fische ins Netzt gegangen. Insgesamt 86 Fälle (Vorjahr 74) weist die Statistik beim illegalen Handel und Schmuggel von Betäubungsmitteln aus.

Mit dem Strategiewechsel reagiert die Polizei auch auf die geplante Gesetzesänderung zur Legalisierung von Cannabis.

Mehr Sexualstraftaten

Sorgen bereiten Müller und seinen Kollegen die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Diese haben weiter zugenommen, von 115 Fällen im Jahr 2021 auf 140 Fälle im Jahr 2022. Besonders schwer wiegen die Fälle sexuellen Missbrauchs mit 51 Fällen (plus 22). Bei den Tatverdächtigen handelt es sich meist um Erwachsene.

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