Müllheim. Den Abschluss der Baumaßnahmen der Deutschen Bahn AG auf der Rheintalbahn-Umfahrung des Isteiner Klotzens nimmt die AGUS (Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz Markgräflerland) mit leisem Bedauern zur Kenntnis. Einerseits seien die Gemeinden am Klotzen für ein halbes Jahr von ihren Schienenverbindungen nach Süd und Nord abgehängt gewesen, andrerseits habe während dieser Zeit auch bewiesen werden können, dass die so genannte Kernforderung 6 der IG Bohr – „Alle Güterzüge durch den Tunnel“ – und einiges mehr mach- und leistbar sei. Vor allem aber gehe nun die „Ära“ der mehrmals täglichen Fernzughalte mit einer umsteigefreien Zugverbindung von Müllheim nach Berlin ebenso wieder zu Ende wie die einer unschlagbar komfortablen und schnellen Direktverbindung von Müllheim nach Basel und zurück, die auch von und nach Freiburg möglich und höchst attraktiv gewesen wäre, so die AGUS. Selbst in den Schulferien habe man erleben können, wie sehr und gerne diese Direktverbindung in Anspruch genommen wurde. Leider seien offensichtlich von den betroffenen Verkehrsunternehmen, vor allem der Bahn, keine Fahrgastzahlenerhoben worden, um herauszufinden, welcher Bedarf über die Zeit der Baumaßnahmen hinaus vorhanden sein könnte. Die AGUS geht davon aus, dass hier ein höchstattraktives, rentables und nachgefragtes Geschäftsmodell vorhanden wäre. Im Zusammenhang mit der am 15. September in Freiburg stattgefundenen halbjährlichen Fahrplankonferenz für den Schienennahverkehr der Nahverkehrsgesellschaft (NVGBW) hat die AGUS übrigens im Hinblick auf die 2020 in Basel stattfindende Internationale Bauausstellung (IBA) sowie die in Neuenburg anstehende Landesgartenschau angeregt, ein Landes- und Tarifgrenzen modellhaft überwindendes und überschreitendes Nahverkehrsticket für den Bereich Basel-Freiburg-Mulhouse – eventuell Drey­ecklandticket genannt – einzuführen. Die AGUS hofft sehr, dass sich politische Vertretungen finden, die dieses für Mensch, Natur und Region sinnvolle Anliegen entwickeln und realisieren. Gerade eben habe ja der Konzernbevollmächtigte für Baden-Württemberg der Bahn AG, Eckardt Fricke, angekündigt, die Zusammenarbeit mit den französischen Staatsbahnen intensivieren zu wollen, was sich nicht alleine auf Schnellzugverbindungen beschränken sollte, so die AGUS in ihrer Pressemitteilung. Laut ihr vorliegenden Informationen hat das Nachbarland Schweiz dem Land das Angebot unterbreitet, eine grenzüberschreitende und bis auf Höhe Müllheim durchgebundene S-Bahn vom Hochrhein über Basel mitzufinanzieren, von dem das Land anscheinend kein Gebrauch machen will. Das sei ihr unverständlich, erklärt die AGUS.