Müllheim Pochen auf alternative Trasse

Die Bürgerinitiativen sowie Landwirte haben erneut ihren Protest gegen die Pläne der Bahn zum Ausdruck gebracht. Foto: Alexander Anlicker Foto: Weiler Zeitung

Im Rahmen der „Frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit“ informierte die Bahn am Donnerstagabend im voll besetzten Winzerhaus in Seefelden über ihre Pläne für den knapp zwölf Kilometer Planfeststellungsabschnitt 8.4 von Bad Krozingen nach Müllheim.

Von Alexander Anlicker

Buggingen-Seefelden. Buggingens Bürgermeister Johannes Ackermann hieß zu Beginn die Vertreter der Bahn, aber auch die Bürgerinitiativen MUT (Menschen- und umweltfreundliche Bahntrasse) sowie das Bürgerbündnis Bahn (BBM) willkommen. Letzteres sorgte für ausgiebigen Beifall, waren doch vor allem die Mitglieder des Bürgerbündnisses Bahn aus Hügelheim und Auggen recht zahlreich erschienen. Unter den Besuchern waren auch Auggens Bürgermeister Fritz Deutschmann, Müllheims Rathauschefin Astrid Siemes-Knoblich mit Baudezernentin Franka Häußler sowie einige Gemeinderäte aus beiden Gemeinden.

„Der Projektbeirat hat dafür gesorgt, dass die Wünsche der Bürger mehr oder weniger in die Trassenplanung mit einbezogen sind“, erläuterte Bahnpressesprecher Michael Breßmer. So war dann auch die von Projektabschnittsleiter Bernd Dassler und Martin Kastner vom Generalplaner Sweco sowie von Christoph Klenert (Leiter Außenbeziehungen der DB Netz) vorgestellte Planung – abgesehen von den Themen Landwirtschaft und Beregnung – in weiten Teilen unstrittig, bis auf den so genannten Hügelheimer Knoten, wo Güterumfahrung und bestehende Rheintalbahn zusammenführen.

Hügelheims Ortsvorsteher Martin Bürgelin brachte es auf den Punkt: „Sie haben uns eine tolle Lösung für den nördlichen Bereich vorgestellt und knallen uns auf zwei Kilometern eine Lösung mit sieben Gleisen hin.“

Bahn soll sich mit Initiativen

zusammensetzen

Es gebe eine bessere Lösung, betonte Bürgelin und forderte die Bahn dazu auf, sich mit dem BBM und der MUT zusammenzusetzen, die eine alternative Trasse entwickelt hätten. „Dann können sie bauen und hätten Müllheim, Hügelheim und Auggen hinter sich“, sagte Bürgelin.

Auch der Müllheimer SPD-Vorsitzende Hartmut Hitschler stellte die Frage, warum die Bahn nicht auf das Konzept von BBM und MUT eingehe. „Ich möchte nicht, dass Güterzüge durch den Müllheimer Bahnhof fahren“, fügte er hinzu und erinnerte an den Unfall am 20. Mai 2011.

Bahn verweist

auf Politik

„Wir bauen im Auftrag der Politik und haben einen klar definierten Auftrag im Bundesverkehrswegeplan“, hielt Christoph Klenert entgegen. „Dass die Strecke in Müllheim und Auggen oben bleibt, hat der Bundestag mit den Stimmen der lokalen Abgeordneten beschlossen“, stellte er fest und ergänzte: „Wir sind offen, wenn uns die Politik neue Aufträge gibt“.

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