Müllheim Rauschgiftkriminalität ist Schwerpunkt

Müllheim -  Trotz gestiegener Fallzahlen leben die knapp 100 000 Einwohner im Bereich des Polizeireviers Müllheim recht sicher, sofern sie keine Drogen konsumieren. Dies machte die Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik und der Verkehrsstatistik 2019 am Montag deutlich. Der Müllheimer Revierleiter, Polizeioberrat Thomas Müller, und die Oberkommissare Denise Briege und Florian Hutter erläuterten in einem Pressegespräch die Zahlen.

Zwar sei die Zahl der Straftaten um 495 Fälle (knapp elf Prozent) auf 5023 Fälle gestiegen. Grund für den Anstieg sei die Betäubungsmittelkriminalität. Zum einen handele es sich dabei um so genannte „Holkriminalität“, das heißt, wenn mehr kontrolliert werde, werde auch mehr entdeckt, zum anderen geht es auch um Straftaten, wie Körperverletzuungen, die im Zusammenhang damit stehen.

Immerhin machten die 480 Rauschgiftdelikte im vergangenen Jahr acht Prozent der Straftaten aus. Davon entfielen 201 auf Müllheim und 115 auf Neuenburg.

Nur 86 Flüchtlinge unter 2176 Verdächtigen

Mit den hohen Flüchtlingszahlen und aufgrund des öffentlichen Interesses hat die Polizei in den vergangenen Jahren die durch Asylsuchende oder Flüchtlinge begangenen Straftaten gesondert erfasst. In diesem Jahr zum letzten Mal. „Wir haben kein Ausländer- oder Flüchtlingsproblem“, lautet das Fazit von Polizeioberrat Müller. Von 2176 Tatverdächtigen haben zwar 929 keinen deutschen Pass, darunter sind aber nur wenige Flüchtlinge und Asylsuchende. Die größte Gruppe stellen dabei Staatsangehörige von EU-Ländern (Frankreich 166, Rumänien 76, Italien 57 Polen 31), der Türkei (75) und dem Kosovo (41). Nur bei 86 der insgesamt 2176 Tatverdächtigen handelte es sich um Flüchtlinge.

Müller zog dabei Parallelen zur Jugendkriminalität. Je besser Flüchtlinge und Jugendliche in Vereinen integeriert sind, desto geringer sei die Wahrscheinlichkeit, dass sie Straftaten begehen.

Zurückgegangen ist die Zahl der Wohnungseinbrüche von 160 auf 112 Fälle, Die verstärkten Kontrollen zeigen also Wirkung.

Rund 250 Anzeigen wegen Coronaverstößen

Interessant wird die Statistik des laufenden Jahres im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. „Wir hatten im März null Einbrüche und ingesamt nur zwei bis drei Straftaten sowie keinen Verkehrsunfall“, berichtet Müller. Er rechnet damit, dass im Gegenzug die Fälle von häuslicher Gewalt und Online-Kriminalität höher ausfallen dürften.

Arbeit gab es im März jedoch genug, galt es die Einhaltung der Corona-Verordnung zu überwachen. „Wir hatten ein wahnsinniges Denunziantentum zu verzeichnen“, berichtete der Revierleiter. Ingsgesamt seien rund 250 Anzeigen geschrieben wurden.

Geschwindigkeits- und Alkoholkontrollen

Die Verkehrsunfallstatistik für 2019 weist mit insgesamt 1881 Unfällen acht mehr als im Vorjahr auf. Darunter sind 256 Unfälle mit Personenschaden. Besonderes Augenmerk liegt auf den Unfällen mit schweren (56) und tödlichen Verletzungen (4), erläuterte Müller.

Diese hätten im wesentlichen zwei Ursachen: Alkohol- und Betäubungsmittelkonsum sowie zu hohe Geschwindigkeit.

Daher liege im Verkehrsbereich ein Schwerpunkt bei Alkohol- und Geschwindigkeitskontrollen, betonte der Revierleiter.

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