Müllheim Riedboden soll weiterhin bebaut werden

Alexander Anlicker
Das letzte große Baugebiet in Müllheim das im Flächennutzungsplan ausgewiesen ist: Der Riedboden Foto: Alexander Anlicker

Die SPD-Fraktion im Müllheimer Gemeinderat stellte den Antrag auf das künftige Baugebiet „Riedboden“ zu verzichten. Sprecherin Myriam Egel begründete dies mit dem Klimawandel und der Bedeutung des Riedbodens für das Stadtklima.

Bereits im Flächennutzungsplanverfahren war die 5,1 Hektar große Fläche am „Riedboden“ (Mü 5) umstritten. Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Riedboden“ ist noch nicht gefasst. Der Gemeinderat hatte die Verwaltung jedoch bereits mit dem Grunderwerb beauftragt und die Stadt hat schon mehr als 1,8 Millionen Euro in den Grunderwerb investiert.

Sie habe den Flächennutzungsplan mitgetragen, sagte Stadträtin Myriam Egel. „Zwischenzeitlich haben sich die Dinge so entwickelt, dass die Entscheidung in Zweifel zu ziehen ist“, betonte sie mit Blick auf den Klimawandel.

„Der Riedboden hat in der heißen Zeit entscheidenden Einfluss auf die abendliche Abkühlung in der Stadt“, begründete sie ihren Antrag auf die Bebauung des Riedbodens zu verzichten.

„Es gibt in Müllhei nur wenig noch mögliche Flächen für Siedlungserweiterung“, erklärte Baudezernentin Franka Häußler. Der Riedboden sei mit einer Fläche von 5,1 Hektar die größten noch mögliche Flächen. An zweiter Stelle liege das etwa 1,3 Hektar große Areal am Klemmbach. In der Innenstadt sei bereits sehr stark nachverdichtet worden und das Potenzial - bis auf das Henssler Areal – ausgeschöpft. Im Jahr 2015 hat es bereits Wind- und Temperaturmessungen für den Riedboden gegeben. Wenn dort gebaut werde, heißt es nicht, dass der Luftabfluss zum Erliegen komme. Entscheidend sei die Ausrichtung und Höhe der Gebäude, sagte Baudezernentin Häußler.

Große Grünfläche wegen Artenschutz und Starkregen

Die Stadt habe zwischenzeitlich die Themen Starkregen und Artenschutz untersuchen lassen. Es handle sich um eine wertvolles Gebiet für Fledermäuse, Zauneidechsen und Käfer, sagte Häußler. „Wenn wird das Baugebiet entwickeln, wird es wegen des Artenschutzes und des Regenwassers in der Mitte eine große Grünfläche geben“, machte die Baudezernentin deutlich.

Das Thema Durchlüftung halte er für sehr gut lösbar, ergänzte Bürgermeister Martin Löffler. Der Rathauschef führte unter anderem auch das Thema Wohnungsnot an. „Jedes Baugebiet wird uns da helfen“, sagte er. Außerdem verwies Bürgermeister Löffler darauf, dass sich das Problem Wohnungsnot nicht in zwei bis drei Jahren lösen lasse.

Ohne Baugebiet treibt es Grundstückspreise hoch

„Wenn wir den Riedboden aus der Planung herausnehmen, treiben wir die Grundstückspreise weiter hoch“, gab CDU-Stadtrat Michael Fischer mit Blick auf die daraus resultierende Verknappung des Angebots zu denken. Letztlich stimmte der Gemeinderat mit 13 Nein- zu zehn Ja-Stimmen und einer Enthaltung gegen den Antrag der SPD-Fraktion.

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