Müllheim Umsteigezeiten zu knapp bemessen

Die Zeit für das Umsteigen von Bus auf Bahn ist nach Meinung der AGUS zu knapp bemessen.Foto: Alexander Anlicker Foto: Weiler Zeitung

Die Einschätzungen der Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz (AGUS) Markgräflerland zum seit 14. Juni gültigen neuen Fahrplan für Bahn und Bus fallen gemischt aus, heißt es in einer Pressemitteilung.

Müllheim (ov). Positiv wertet sie, dass sich das Zugangebot erhöht hat und für die Regionalexpresszüge die neuen komfortablen Desiro-Triebwagen, die auch schneller beschleunigen können und weniger Strom verbrauchen, eingesetzt sind.

Negativ sei, dass in Auggen die Zuganschlüsse weniger attraktiv geworden sind.

Insbesondere bemängelt die AGUS, dass etliche Busanbindungen am Bahnhof Müllheim wenig praktikabel sind, weil die Umsteigezeiten von Bahn und Bus sowie die Puffer- und Wendezeiten viel zu knapp bemessen seien. So liegen diese Zeiten alleine bei der Linie 111 (Müllheim Bahnhof – Badenweiler Parkplatz West) bei 22 Fahrten in einem Bereich von nur null bis fünf Minuten. Das Problem der knappen Anschlüsse am Bahnhof Müllheim hat sich damit noch mehr verschärft.

Das Problem sei, dass mit der gut gemeinten Erweiterung des Zugangebotes auch die Verkehrsleistungen für Busse hätte erhöht werden müssen, erklärt Bruno Bartsch vom Arbeitskreis Mobilität der AGUS.

Damit hat sich die AGUS bereits vergangenes Jahr an das Landesverkehrsministerium gewandt mit der Forderung, auch die Buskilometer zu erhöhen. Dieses Bestreben wurde auch in der jüngsten Fahrplankonferenz von AGUS-Vertretern vorgetragen, allerdings ohne Erfolg, heißt es in der Mitteilung.

Die AGUS gibt zu bedenken, dass der neue Fahrplan nur dann anwendbar ist, wenn die meisten Züge pünktlich sind. Dies ist aber eine Illusion. Die Rheintalbahn ist extrem ausgelastet, die Regionalzüge müssen sich den ICE und sogar teilweise den Güterzügen unterordnen, so dass die Pünktlichkeit nur bedingt eingehalten werden kann. Außerdem bedingen die eingeleiteten Baumaßnahmen auf der Rheintalbahn, gerade zwischen Hügelheim und Auggen, zusätzliche Langsamfahrten oder Zughalte vor den Einfahrtssignalen, so dass die Züge noch unpünktlicher werden. Und: Die zugrunde gelegten Busfahrzeiten, insbesondere während der Hauptverkehrszeiten, sind zu knapp bemessen. Die Busfahrer geraten aufgrund der zusätzlichen Erschwernisse, wie beispielsweise bestehende 30er Zonen sowie Ticketverkauf im Bus (wenn die Coronaregeln wieder aufgehoben werden) unter einen gewaltigen Zeitdruck.

Die AGUS betont, dass eine verlässliche Anschlusssicherung von Bahn und Bus nur dann möglich ist, wenn der Zweckverband Regio-Nahverkehr Freiburg (ZRF) die notwendigen zusätzlichen Buskilometer bewilligt.

Die AGUS hofft, dass im Rahmen des Nahverkehrsplanes 2021 Verbesserungen eintreten werden. Nur wenn schnell, zuverlässig und komfortabel zwischen den Verkehrsträgern gewechselt werden kann, ist der Öffentliche Personennahverkehr eine Alternative zum motorisierten Individualverkehr, heißt es in der Mitteilung.

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