Müllheim Unter neuem Kommando

Kommandowechsel (von links): der neue stellvertretende Kommandeur Colonel Philippe Kirscher, Kommandeur Brigadegeneral Peter Mirow, sein Vorgänger Brigadegeneral Bertrand Boyard und dessen bisheriger Stellvertreter Frank Wachter. Foto: Volker Münch Foto: Weiler Zeitung

Müllheim (mps). Der Kommandowechsel bei der deutsch-französischen Brigade ist vollzogen: Der deutsche Brigadegeneral Peter Mirow hat die Befehlsgewalt vom französischen Brigadegeneral Bertrand Boyard übernommen. Beide würdigten die Einsatzerfahrung der Brigade und den Vorbildcharakter für weitere multinationale Kooperationen.

Jeder zweite Soldat der Brigade im Einsatz

Es gibt nach den Worten der beiden Generäle wohl kaum eine andere Brigade, die über so viel internationale Erfahrung verfügt wie die deutsch-französische Brigade. Tatsächlich war jeder zweite Soldat der Brigade im Einsatz, berichtete der scheidende Kommandeur Boyard. Als Beispiele nannte er die verschiedenen Einsätze in Mali.

Wesentliche Teile der Brigade waren bei der multinationalen integrierten Stabilisierungsmission der vereinten Nationen (MINUSMA) und bei der Trainingsmission der europäischen Union in Mali (EUTM) eingesetzt. Dazu kamen der Einsatz im Rahmen einer multinationalen Großübung in Litauen und weitere Aufträge in der ganzen Welt, hieß es weiter.

Positive Bilanz des scheidenden Kommandeurs

„Es gibt kaum eine Brigade mit so viel Einsatzerfahrung“, betonte Boyard beim Pressegespräch vor der obligatorischen Zeremonie zum Kommandowechsel. Seine Bilanz fiel entsprechend positiv aus: „Durch die internationalen Erfahrungen, die tagtäglich bei unserer Brigade gelebt werden, boten wir in Mali eine besondere Qualität der Zusammenarbeit, die sich positiv auf die Sicherheit aller eingesetzten Einheiten auswirkte“, lobte der französische Brigadegeneral.

Parallel zu den Einsätzen wurde nach den Worten Boyards an den Standorten weiter geübt.

Peter Mirow definiert drei Handlungsfelder

„Ich werde den erfolgreichen Weg meines Vorgängers im selben Geist fortsetzen“, kündigte Boyards Nachfolger, der deutsche Brigadegeneral Peter Mirow, an. Für ihn ergeben sich drei Handlungsfelder, die als Schwerpunkte in der Alltagsarbeit vorgegeben seien. So soll die Einsatzfähigkeit erhalten werden, nachdem bereits im März 2020 ein weiteres Kontingent der Brigade nach Mali entsendet wird.

Ferner soll an der bilateralen Zusammenarbeit weitergearbeitet werden. Die in der Brigade gelebte Internationalität sei heute eine Selbstverständlichkeit, stellte Mirow fest, der in der deutsch-französischen Brigade kein Unbekannter ist.

Bereits von 1994 bis 1998 gehörte er als Zugführer einer Einheit des Jägerbataillons 292 in Donaueschingen an. Schon damals war er im Rahmen von Programmen wie SFOR auf dem Balkan tätig. Zwölf Jahre später kehrte er zum Jägerbataillon 292 zurück – dieses Mal als dessen Kommandeur. Seine jüngste Aufgabe führte den heute 51-Jährigen auch nach Mali, wo er die Trainingsmission der Europäischen Union befehligte. Sein Stellvertreter ist der französische Colonel Philippe Kirscher, der Oberst Frank Wachter als bisherigen Vizekommandeur abgelöst hat.

Zu der Kommandoübergabe kamen zahlreiche Gäste, unter ihnen viele der ehemaligen Kommandeure und deren Stellvertreter. Aber auch Repräsentanten der Stadt, der Kommunen mit Standorten einzelner Einheiten der Brigade, Vertreter verschiedener Behörden und Organisationen sowie die Bürgermeister der Nachbargemeinden verfolgten das strenge Zeremoniell.

„Tag der offenen Tür“ am 21. September

Bei der Kommandoübergabe spielte auch das 30-jährige Bestehen des deutsch-französischen Kampfverbands eine Rolle, das am 21. September mit einem „Tag der offenen Tür“ und einem großen Za­pfenstreich gefeiert wird.

Heute zählt die Brigade etwa 5100 Soldatinnen und Soldaten als auch zivile Mitarbeitende, die sich auf acht Einheiten an sechs Standorten in Baden-Württemberg und in Frankreich verteilen.

Sie möchten alle Nachrichten aus Ihrer Gemeinde lesen?
Dann testen Sie unser ePaper – 3 Wochen völlig gratis und unverbindlich! Klicken Sie HIER.

  • Bewertung
    0

Newsticker

blank

Umfrage

E-Auto

Bosch-Chef Volkmar Denner warnt davor, sich bei der Klimadebatte auf die Elektromobilität festzulegen. Er benutze ein Fahrzeug mit hocheffizientem Diesel-Motor und sehr viel geringerem CO2-Ausstoß. Wie stehen Sie dazu?

Ergebnis anzeigen
loading