Müllheim Verkehr soll gemächlicher fließen

In der Hebelstraße soll zwischen dem Kreisverkehr an der Östlichen Allee bis zur Ortsausfahrt nach Vögisheim künftig ein Limit von 40 Kilometern pro Stunde gelten.Foto: Alexander Anlicker Foto: Weiler Zeitung

Ein gutes Stück gemächlicher soll es auf den Straßen von Kernstadt und Ortsteilen nach dem Wunsch des Müllheimer Gemeinderats sowie der Ortschaftsräte zugehen. Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung, bei der Unteren Verkehrsbehörde verschiedene Anträge zur Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit zu stellen.

Von Alexander Anlicker

Müllheim. Die Verwaltung hatte die Ortschaftsräte um Vorschläge gebeten und diese vorab von Thomas Ißler, dem Leiter der Unteren Verkehrsbehörde beim Gemeindeverwaltungsverband Müllheim-Badenweiler, auf ihre Machbarkeit prüfen lassen, erläuterte Bürgermeister Martin Löffler.

Löffler stellte klar, dass Ißler Mitarbeiter des Gemeindevewaltungsverbands sei und die Entscheidungen der Verkehrsbehörde nur nach der Rechtslage getroffen werden.

B 3 in Hügelheim

Wie im Weiler Ortsteil Haltingen und jüngst in Eimeldingen soll auch in der Hügelheimer Ortsdurchfahrt der Bundesstraße 3 die Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde reduziert werden. Damit soll auch ein „Geschwindigkeitstrichter“ mit einem 70er Schild vor der nördlichen Ortseinfahrt einhergehen, erläuterte Ißler auf Nachfrage aus dem Gemeinderat. Begründet wird die Maßnahme mit der Lärmkarte aus dem Lärmaktionsplan. Je mehr Menschen an einer Straße wohnen und je mehr Autos auf der Straße fahren, desto besser lässt sich die Geschwindigkeitsbegrenzung begründen, sagte Ißler. Mehr als 18 000 Autos am Tag machen auch auf einer Bundesstraße eine Geschwindigkeitsreduzierung möglich.

Hebelstraße in Müllheim

Das Tempo auf der Hebelstraße zwischen der Ortseinfahrt von Vögisheim kommend bis zum Kreisverkehr an der Östlichen Allee soll auf 40 Stundenkilometer pro Stunde reduziert werden. Da es sich um eine klassifizierte Kreisstraße handle und die Belastung gering ist, sei eine weitergehende Geschwindigkeitsreduzierung nicht möglich.

Obere Werderstraße

Auf der Werderstraße gilt zwischen Hauptstraße und Östlicher Allee bereits Tempo 30. Dies soll nun auch auf die obere Werderstraße bis zur Ortsausfahrt in Richtung Niederweiler ausgedehnt werden. Der Gemeinderat stimmte dem Antrag der Grüne-Stadtratsfraktion zu. Dem Antrag von CDU-Stadtrat Sven Ruhkopf mit der Geschwindigkeitsreduzierung solange zu warten bis das Radverkehrskonzept mit eventuellen baulichen Maßnahmen in diesem Bereich steht, wurde von der Ratsmehrheit nicht entsprochen. Die Werderstraße bleibe Vorfahrtsstraße, da dort die Buslinien liegen, erklärte Ißler auf Nachfrage aus dem Gremium.

Auch dem Antrag der Grünen auf Tempo 30 auf der Sulzburger Straße stimmte das Gremium zu.

Britzingen

Im Ortsteil Britzingen soll auf der Buggingerstraße etwa ab 100 Metern nach dem Ortsschild Tempo 40 gelten. Für Tempo 30 sei zu wenig Verkehr.

Niederweiler

Entlang der Lipburger Straße soll das Tempo auf 40 Stundenkilometer begrenzt werden. Keine Chance gebe es laut Ißler für die vom Ortschaftsrat gewünschte Begrenzung auf 70 Kilometer pro Stunde auf der Ortsumfahrung Niederweiler.

Darüber hinaus beschloss der Gemeinderat weitere Maßnahmen zur Lenkung des ruhenden Verkehrs, die im Hoheitsbereich der Stadt liegen. So soll der Parkplatz bei der Römberghalle künftig nur noch für Personenkraftwagen zugelassen werden und ein Parkverbot für Lieferwagen ausgesprochen werden. Im Bereich des Zentralfriedhofs soll auf dem südlichen Parkplatz die Begrenzung auf Personenkraftwagen aufgehoben werden. Gleichzeitig soll auf den Parkplätzen entlang der Ostseite des Friedhofs eine Parkraumbewirtschaftung eingeführt werden.

Verschiedene nachträglich Wünsche aus den Ortschaftsräten sollen geprüft und in einer zweiten Runde beantragt werden.

Vollzugsdefizit

Etliche Anregungen betrafen auch den ruhenden Verkehr. An vielen Stellen, an denen die Ortschaftsräte Parkverbotsschilder oder Zickzacklinien forderten, sei das Parken ohnehin bereits verboten. Es geht insbesondere um das Parken in Kurven oder bei nicht ausreichender Fahrbahnbreite. „Wir haben ein Vollzugsdefizit“, räumte Bürgermeister Löffler ein.

Ißler regte an, die Tradition der Verkehrsschauen in den Ortsteilen wieder aufleben zu lassen. Die Anträge werden nun von der Verkehrsbehörde geprüft und bei Kreis-, Landes- und Bundesstraßen die jeweiligen Straßenbaulastträger um eine Stellungnahme gebeten.

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