Müllheim Vertreterversammlung entscheidet per Brief

Im Zuge der Corona-Pandemie werden kleine Filialen in SB-Standorte umgewandelt, um die Zukunftsfähigkeit zu sichern. Foto: sba Foto: Weiler Zeitung

Müllheim. Seit mehr als 150 Jahren ist es bei der Volksbank Breisgau-Markgräflerland üblich, dass am Ende eines Geschäftsjahrs eine Vertreterversammlung stattfindet und der Vorstand über das abgelaufene Geschäftsjahr berichtet. In diesem Jahr musste die Bank aufgrund der Corona-Pandemie mit dieser Tradition brechen und die Versammlung im schriftlichen Verfahren durchführen, heißt es in einer Mitteilung der Genossenschaft.

Zum Versammlungsbeginn am 12. August erhielten alle 392 Vertreter der Volksbank die kompletten Berichtsunterlagen per Post zugeschickt. Daraufhin fand eine Aussprachephase statt, in der Fragen an den Vorstand und den Vorsitzenden des Aufsichtsrats gestellt werden konnten. Diese Fragen wurden persönlich beantwortet und in einem geschlossenen Bereich der Homepage sowie schriftlich zur Verfügung gestellt, so dass alle Vertreter die Aussprache mit verfolgen konnten.

Die Beschlussfeststellung und Wahlen zum Aufsichtsrat fanden bis zum 3. September per Briefwahl statt und wurden am 4. September unter rechtlicher Aufsicht ausgewertet.

In den Berichtsunterlagen gab der Vorstand einen Rückblick auf das Geschäftsjahr 2019 und erläuterte die wichtigsten bilanziellen Kennzahlen.

Erfolgreiches Geschäftsjahr

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen war 2019 für die Volksbank Breisgau-Markgräflerland ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Die Bilanzsumme wuchs um 77 Millionen Euro und beträgt nun mehr als 1,9 Milliarden Euro. Treiber dieses Wachstums war das starke Einlagengeschäft. Insgesamt 1,443 Milliarden Euro haben die Kunden der Volksbank anvertraut, das entspricht einem Plus von 4,3 Prozent. Nicht unerwähnt ließ der Vorstand dabei, dass es für die längerfristige Vorsorge wesentlich bessere Anlagealternativen als Giro-, Spar- und Festgeldkonten gibt. Da die Bank vermehrt erhebliche Geldzuflüsse von Anlegern verzeichnet, hat man eine Verwahrgebühr für Neukunden und Kunden mit höheren Einlagevolumen beschlossen. Aufgrund hoher Freibeträge bleiben aber Kleinanleger verschont.

Auf der Aktivseite ist die größte Position das Kundenkreditgeschäft. Getrieben durch eine weiterhin lebhafte Bautätigkeit konnte der Kreditbestand im Privatkundengeschäft auf 522 Millionen Euro gesteigert werden. Die Ausleihungen an Unternehmenskunden belaufen sich auf 549 Millionen Euro. Zusammen mit den über die Verbundpartner der genossenschaftlichen Finanzgruppe vermittelten Kredite stieg das gesamte Kundenkreditvolumen um 1,8 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro.

Der Blick auf die Gewinn- und Verlustrechnung zeigt die Auswirkungen des Niedrigzinsumfelds. Der Zinsüberschuss reduzierte sich auf 32,1 Millionen Euro. Erfreulich ist aber der Anstieg des Provisionsüberschusses um 6,9 Prozent. Steuern im Umfang von vier Millionen Euro und die Zuführung zu dem Fonds für allgemeine Bankrisiken ergeben einen Jahresüberschuss von 3,2 Millionen Euro. Der von Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagenen Verwendung des Jahresüberschusses stimmte die Vertreterversammlung zu. Die Bank ist mit einem nunmehr bilanziellen Eigenkapital von 211 Millionen Euro bestens für die Zukunft gerüstet.

Zukunftsfähigkeit sichern

Der Start in das Geschäftsjahr 2020 war vielversprechend. Mitte März erreichte die Corona-Pandemie aber auch die Volksbank mit voller Wucht. Die Auswirkungen hieraus werden auf längere Sicht spürbar sein. Der Anstieg des Kreditausfallrisikos aufgrund der Pandemie wird die Ergebnisse in Zukunft belasten. Die Bank hat daher verschiedene Maßnahmen eingeleitet, um die Zukunftsfähigkeit zu sichern. Darunter auch die Umwandlung einzelner kleiner Filialen in Selbstbedienungsstandorte. Ganz erheblich investiert die Volksbank in den Service- und Beratungsbereich. Leistungen werden dort angeboten, wo die Kunden sie abrufen möchten. Das Angebot des hauseigenen telefonischen ServiceCenters wird ständig ausgebaut. Internetfiliale und Banking-Apps bieten heute schon zeit- und ortsunabhängige Möglichkeiten, Bankgeschäfte zu tätigen, heißt es.

Wahlen zum Aufsichtsrat

Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat gab es Veränderungen: Aufgrund der satzungsmäßigen Altersgrenze schieden der Aufsichtsratsvorsitzende Artur Kraus und seine Stellvertreterin Ruthild Surber aus dem Gremium aus.

Wiedergewählt in den Aufsichtsrat wurden Cathrin Staiblin, Thomas Gutmann und Gordian Süßle. In seiner konstituierenden Sitzung hat der Aufsichtsrat Susanne Hierholzer zur Vorsitzenden gewählt. Stellvertreter ist weiterhin Hans Christian Maier.

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