Der Werkstattbereich der gewerblichen Schule als Teil der Georg-Kerschen­steiner-Schule ist nun auf der Höhe der Zeit: Mit modernen Maschinen, einem Roboter und anderen technischen Einrichtungen können Auszubildende und Schüler auf höchstem Niveau ganzheitlich technische Abläufe erlernen. Dafür investierte der Landkreis knapp fünf Millionen Euro.

Von Volker Münch

Müllheim. Der Frust mancher Ausbildungsbetriebe über die technischen Möglichkeiten bei der schulischen Ausbildung saß in den vergangenen Jahren vermutlich tief, wie aus den Ausführungen der Schulleiterin Beate Wagner und des zuständigen Dezernenten beim Landratsamt, Thomas Wisser, herauszuhören war.

Das war im Jahr 2014. Just zu diesem Zeitpunkt fiel die Entscheidung beim Landkreis als Schulträger und bei der Schulleitung, den technischen Bereich neu aufzustellen und für die heutigen Anforderungen aufzurüsten. In den Entscheidungsprozess waren auch Repräsentanten der Handwerkskammern und der Ausbildungsbetriebe eingebunden, engagierte Lehrer brachten sich ebenfalls in die Planungsphase und dann in die Umsetzung ein.

Nachdem der Landkreis grünes Licht für die millionenschwere Investition gegeben hatte, begann man 2015 mit der Umsetzung. „Im vergangenen Jahr konnten wir den ersten Bauabschnitt im Bereich Kraftfahrzeugtechnik einweihen“, sagte Wagner. Nun folge der übrige Bereich, der nun interdisziplinäres Unterrichten ermögliche.

„Das ist genau dieser ganzheitliche Ansatz, den sich unsere Ausbildungsbetriebe für die Zukunft wünschen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, betonte sie.

Wagner bedankte sich bei Schul- und Finanzdezernent Wisser, dass der Schulträger auf die Wünsche der Lehrer und der Betriebe eingegangen sei. „Wir haben hier so etwas wie ein Müllheimer Modell geschaffen“, unterstrich Dezernent Wisser die neuen technischen Möglichkeiten und die daraus resultierenden Ausbildungskonzeptionen.

Das Müllheimer Modell soll nach und nach auch an den anderen Gewerbeschulstandorte installiert werden. Was bereits im Kraftfahrzeugbereich im vergangenen Jahr möglich wurde, konnte nun auch für den Metall- und den Elektrotechnikbereich erreicht werden, betonte Wisser. Er forderte die Ausbildungsbetriebe und die Lehrer auf, auch weiterhin ihre Wünsche in den Dialog mit dem Schulträger einzubringen. „Bleiben Sie kritisch und nennen Sie ihren Bedarf, wo Hardware und Software nachgebessert werden muss.“

Die Bedarfsermittlung gemeinsam mit den Betrieben sei glücklicherweise mit der Initiative des zuständigen Landesministeriums zusammengefallen, entsprechende Lernfabriken an den gewerblichen Schulen einzurichten, erklärte der zuständige Fachabteilungsleiter Christof Schütter. „Lernfabrik 4.0 mit kollaborierendem Roboter als vernetztes System“ heißt nun das zentrale Thema an der Georg-Kerschensteiner-Schule. Es sei gelungen, sämtliche Fachschaften mit ihren Werkstätten an einem Ort innerhalb der Schule zu konzentrieren und dadurch auch ganzheitliche pädagogische Konzepte mit einer neuen Unterrichtsdidaktik zu ermöglichen, so Schütter weiter. Künftig können beispielsweise Elektrotechnik-Schüler gemeinsam mit den „Metallern“, oder die Auszubildende des Metallbereichs gemeinsam mit den KFZ-Lehrlingen unterrichtet werden.

Allein in die Ausstattung der „Lernfabrik 4.0“ wurden 2,2 Millionen Euro investiert. Die baulichen Veränderungen kosteten den Landkreis eine Million Euro. Der bereits vor einem Jahr fertiggestellte Kfz-Bereich wurde mit rund 1,5 Millionen Euro abgerechnet.