Müllheim Von Barock bis Spirituals

Das Blechbläserensemble sang unter der Leitung von Ludwig Güttler (links) als Zugabe ein Kirchenlied. Foto: Gottfried Driesch Foto: Weiler Zeitung

Ballrechten-Dottingen. Das Zuhörerinteresse an den weihnachtlichen Konzerten mit Ludwig Güttler und seinem Blechbläserensemble scheint ungebrochen. Am Montag strömten wieder zahlreiche Liebhaber der überwiegend barocken Musik in die katholische St. Erasmus Kirche, um sich auf die Adventszeit einzustimmen.

Locker und humorvoll leitete Ludwig Güttler nicht nur sein Ensemble sondern auch die Zuhörer durch das Konzert. „Dresdner Bläserweihnacht“ lautete der Titel des Programms. An den Anfang hatte das Ensemble „Trumpet Tune and Air“ des englischen Barockkomponisten Henry Purcell gestellt. Als leuchtende Intrada strahlte die Musik in vollen Tönen.

Was folgte, waren bestens bekannte Lieder aus dem Advent und der Weihnachtszeit. „Nun komm der Heiden Heiland“, ein Lied aus der Feder Martin Luthers, deren Melodie maßgeblich in das 12. Jahrhundert zurückreicht, erklang in den Sätzen mehrerer Komponisten. So ertönte die Choralbearbeitung von Wilhelm Friedemann Bach, der Choral von Andreas Raselius und im Satz von Johann Crüger. Letzterer erklang zunächst als Choral für vierstimmigen Bläserchor und dann noch einmal mit zwei hohen Trompeten und Pauken.

Ähnlich aufgebaut war die Partita (Variationsreihe) über „Wie soll ich dich empfangen – Tochter Zion“. Nach der „Allemanda“ von Antonio Vivaldi erklangen fünf Variationen über „Tochter Zion“ von Ludwig van Beethoven. In der ersten Variation ist nur das Anfangsintervall, die kleine Terz abwärts, zu erkennen. Beethoven führte kunstvoll die weitere Musik aus.

Das Adventslied „Tochter Zion, freue dich“ basiert auf einer Komposition von Georg Friedrich Händel, der die Melodie als dreistimmigen Chor in seinem Oratorium „Judas Maccabaeus“ geschrieben hat. Dabei wechselten sich gekonnt die Trompeten und Posaunen in der Melodieführung ab.

Von Michael Praetorius erklang, hervorragend gespielt, die Sinfonia über „Es ist ein Ros entsprungen“ für Solotrompete und vier Posaunen. Auch hier war der Choral in seiner ursprünglichen, bekannten Form zu hören. Der Komponist Melchior Vulpius hat diese Melodie zu einem Kanon verarbeitet.

„Lobet den Herrn alle Heiden“, eine Motette von Johann Sebastian Bach, brachte viel Bewegung in die Musik.

Als Barock-Suite erklang ein Werk von Johann Hermann Schein. Die einzelnen Sätze stehen in unterschiedlichem Charakter. Ein von Güttler geschriebenes Solostück für zwei Pauken geht hernach nahtlos in das Werk „In dulci jubilo“ von Michael Praetorius über.

An drei Spirituals aus „Seven Madrigals on Negro Spirituals“ von Adolf Busch zeigten die Musiker, dass sie auch dieses Metier perfekt beherrschen. Das Weihnachtslied „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ schloss das Programm stimmungsvoll ab. Auch hier erklangen Bearbeitungen von Michael Praetorius und Johannes Eccard.

Beim Blechbläserensemble Ludwig Güttler gibt es keinen Schwachpunkt. Bei den Ensemblemitgliedern handelt es sich um erste Kräfte der großen sächsischen Kulturorchester in Dresden, Leipzig und Chemnitz.

Die Zuhörer spendeten stehenden Applaus. Gerührt bedankten sich die Musiker mit vier Zugaben. Darunter der „Klassikschlager“ „The Prince of Denmark’s March“ von Jeremiah Clarke und der mehrstimmig gesungene Choral „Herbei, o ihr Gläubigen“

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