Müllheim Vorfahrt für das Fahrrad

Weiler Zeitung
Der Radweg an der Hebelstraße ist nicht überall breit genug. Foto: Alexander Anlicker

Müllheim (anl). Mit dem Radweg entlang des Klemmbachs verfügt das Müllheimer Radwegenetz zwischen Industriegebiet und Östlicher Allee über eine gut ausgebaute Ost-West-Verbindung. Trotzdem gibt es in der Kernstadt viel Verbesserungspotenzial, wie dem Zwischenbericht zum Radverkehrskonzept zu entnehmen ist.

Nah- und Radverkehr standen im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Müllheimer Gemeinderats. Michael Beutel vom Zentrum für integrierte Verkehrssysteme (ZIV) aus Darmstadt war über eine Videokonferenz zugeschaltet und gab einen aktuellen Sachstandsbericht zum vor den Sommerferien vom Gemeinderat in Auftrag gegebenen Radwegekonzept.

Das Konzept gliedert sich laut Beutel in fünf Teile: Die Erfassung der Datengrundlage, eine Bestands- und Mängelanalyse, die Entwicklung eines Radverkehrskonzepts für die Kernstadt, die Entwicklung von Maßnahmen sowie die Dokumentation. Bei der Datengrundlage habe man auf die bestehende Planung zurückgegriffen, die unter anderem die Situation am Bahnhof, den Radschnellweg nach Freiburg und die bereits umgesetzten Maßnahmen (Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrer) umfasst. Zudem wurde Mitte August das Radwegenetz vor Ort angeschaut. Zur Datengrundlage gehörte auch eine Strukturanalyse, welche die Geschwindigkeiten von Autos, die Verkehrsbelastung, die Unfallstatistik sowie die Quell- und Zielpunkte in der Stadt erfasste. Hinzu kam eine Videobefahrung, um die Führung der Radwege sowie die Radabstellmöglichkeiten zu bewerben.

Die Bestands- und Mängelanalyse orientierte sich an den gesetzlichen Vorgaben, wie einer Breite von 2,50 Metern von Geh- und Radwegen. Dies ist entlang des Klemmbachradwegs gegeben. Netzlücken ergeben sich im Bereich der Bahnhof-/Klosterrunsstraße, an der Hebelstraße stadtauswärts sowie an der Schwarzwaldstraße.

Konflikte bei Kreuzungen und Unterführungen

Konfliktsituationen ergeben sich im Bereich des Klemmbachradwegs im Bereich der schlecht einsehbaren Unterführungen und bei den Kreuzungen von Radwegen und Straßen. Hier könnten beispielsweise die Radfahrer bevorrechtigt werden, lautet ein Lösungsvorschlag von Beutel. Problemstellen gebe es auch an der östlichen Werderstraße, beispielsweise bei der Querung des Radwegs durch eine Tankstellenzufahrt.

Handlungsbedarf besteht auch entlang der Hebelstraße in Fahrtrichtung Vögisheim. Dort sei der Rad- und Fußweg für den Zweirichtungsverkehr mit Rädern zu schmal. Abhilfe könnte ein einseitiger Radschutzstreifen auf der Straße bringen.

Bis Dezember soll die Erarbeitung des Konzepts abgeschlossen sein, und dem Gemeinderat ein Maßnahmenplan vorgelegt werden.

Stadtrat Armin Imgraben vermisste die Einbindung der Ortsteile und sein Ratskollege Michael Herbstritt verwies auf verschiedene Gefahrenstellen in den Ortsteilen, wie etwa im Ortsteil Zunzingen. Die Ortsteile seien im Auftrag noch nicht enthalten, erklärte Bürgermeister Martin Löffler. Er bat die Ortschaftsräte doch, die Wünsche und Gefahrenstellen mitzuteilen, damit diese noch ins Radverkehrskonzept aufgenommen werden können.

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