Müllheim Wohnungen statt Pflegeplätze

Alexander Anlicker
Der Katholische Darlehensfonds plant im Baugebiet „Am langen Rain“ ein Projekt mit 38 Wohnungen und einer fünfgruppigen Kindertagesstätte für 23 Millionen Euro. Foto: Alexander Anlicker

Das Mehrgenerationenhaus im Baugebiet „Am Langen Rain“ kommt mit Kindertagesstätte aber ohne die Tages- und Kurzzeitpflege sowie die betreute Senioren-Wohngemeinschaft. Der Ausstieg der Caritas wirbelt die Pläne durcheinander.

Vor 13 Monaten hatte der Gemeinderat das Konzept des Caritasverbands Breisgau-Hochschwarzwald gebilligt. Dieser sollte Tagespflege, Kurzzeitpflege und Kindertagesstätte sowie Beratungsstellen im Gebäude betreiben. Bauherr ist der Katholische Darlehensfonds (KDF). Die Caritas ist nun kurz vor Baubeginn ausgestiegen.

Gespräche mit anderen Nutzern wie dem DRK-Kreisverband Müllheim, dem Caritas-Stadtverband Freiburg oder der Helios-Klinik scheiterten an der Kurzfristigkeit und am bekannten Fachkräftemangel. Darüber hinaus verwiesen Dana Mebus und Norbert Römmermann von KDF auf die Konzeption der Tagespflege allgemein, die sich in den vergangenen Jahren verändert habe.

Das neue Konzept des KDF sieht nun ein Wohnprojekt mit Kindertagesstätte vor. Statt Tages- und Kurzzeitpflege sollen nun zehn zusätzliche Wohnungen entstehen. Die Stellplätze in der Tiefgarage reichten aus, erklärte Mebus. Insgesamt entstehen dann bei dem 23 Millionen Euro schweren Projekt neben der Kindertagesstätte mit fünf Gruppen 38 Wohnungen. Die Hälfte der Wohnungen sollen für 11,50 Euro pro Quadratmeter vermietet werden, die zweite Hälfte für zehn Euro pro Quadratmeter. Für letztere erhält die Stadt ein Belegungsrecht.

Kindertagesstätte muss 2025 starten

Bürgermeister Martin Löffler erinnerte daran, dass die Stadt auf den baldigen Start der Kindertagesstätte angewiesen sei. Auch die Wohnungen würden dringend gebraucht, erklärte der Rathauschef. „Wir wissen nicht wie sich der Wegfall der Pflegeplätze auswirkt“, sagte CDU-Stadtrat Sven Ruhkopf.

Bedarfsermittlung für Senioren angemahnt

Er erinnerte daran, dass der Gemeinderat die Verwaltung damit beauftragt habe, den Bedarf an Pflegeeinrichtungen für ältere und behinderte Menschen zu ermitteln. „Wir sind dran, uns fehlen noch Zahlen“, entgegnete Bürgermeister Löffler. Der Beigeordnete Günter Danksin ergänzte, dass es hier wichtig sei über die Stadtgrenzen hinaus zu denken. „Wir müssen Richtung Neuenburg, Badenweiler, Buggingen, Sulzburg und Auggen schauen und das gemeinsam angehen“, betonte er. Es bestehe noch Abstimmungsbedarf mit den Nachbarkommunen. „Uns kann nichts schlimmeres passieren, als dass wir unter Zeitdruck Entscheidungen übers Knie brechen, die uns hinterher auf die Füße fallen“, meinte Gemeinderat Christian Mees (Freie Wähler) und warb für eine Verschiebung. Mees stimmte am Ende gegen den Beschlussvorschlag. 21 Ratsmitglieder stimmten für das Projekt, zwei enthielten sich.

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