Narrengilde Lörrach „Wir sind bereit für die Fasnacht“

mek

Lörrach - Die Lörracher Fasnacht 2022 wird regulär stattfinden – zumindest wenn es nach der Narrengilde geht. Doch auch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration gab am Freitag grünes Licht für Fasnachtsaktivitäten im kommenden Jahr. Voraussetzung ist aber eine 2G-Regelung im Inneren und ein Hygienekonzept mit Kontrollen bei Straßenveranstaltungen.

„Wir sind bereit, an uns soll es nicht scheitern“, gab sich Obergildenmeister Jörg Roßkopf am Freitagnachmittag auf Anfrage „sehr optimistisch“. Zuvor hatte das zuständige Ministerium in Stuttgart eine Pressemitteilung versandt und betonte: „Fasnacht und Karneval sollen in dieser Saison nicht noch einmal ausfallen.“ Zu diesem Ergebnis kam das Ministerium nach einem gemeinsamen Gespräch mit den Narrenverbänden und dem Städte- und Gemeindetag. Gudrun Heute-Bluhm, ehemalige Oberbürgermeisterin von Lörrach und aktuell geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Städtetags Baden-Württemberg, hatte dazu Anfang der Woche auch Jörg Roßkopf um eine Einschätzung gebeten.

Die Narrengilde hat laut Roßkopf bereits ein umfassendes Konzept für die kommende Saison erarbeitet, das am Sonntag bei der Herbstsitzung in der Sporthalle der Hebelschule noch einmal detailliert besprochen werden soll.

„Klare Linie“ im Saal

Der Obergildenmeister hat aber keinen Zweifel daran, dass es im kommenden Jahr wieder eine fast normale Fasnacht geben wird. „Alle wollen, dass es wieder Fasnacht gibt“, erklärte Roßkopf. Natürlich sei klar, dass dies bei Saalveranstaltungen nur mit einer 2G-Regelung (Geimpft oder Genesen) und strengen Einlasskontrollen funktionieren könne. „Da braucht es eine klare Linie“, betonte Roßkopf. Das gelte auch für die Akteure: Eine Schnitzelbankgruppe ohne Impfnachweis dürfe dann eben nicht auftreten.

„Größere Fragezeichen“ gebe es hingegen noch für die Straßenfasnacht. Das Ministerium schreibt in seiner Mitteilung, dass „ein Hygienekonzept nötig sein“ werde, welches derzeit durch eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Narren- und Karnevalsverbände, des Städte- und Gemeindetags und des Gesundheitsministeriums erarbeitet werde. „Die Elemente 2G, 3G, Abstand und Maske werden dabei eine wichtige Rolle spielen“, heißt es weiter.

Für die Narrengilde kein Problem: „Wir haben auch bisher schon an den Eingängen zur Innenstadt die Plaketten kontrolliert und haben die Infrastruktur dafür“, sagte Roßkopf. Es müsse lediglich noch geklärt werden, wer die Kosten für das Sicherheitspersonal zur Durchführung der Kontrollen trage. „Hierfür muss Geld investiert werden, aber das ist sicherlich besser, als die Fasnacht wieder ausfallen zu lassen.“

Frühzeitiger Impfnachweis

Damit es keine langen Warteschlangen beispielsweise vor dem Sonntagsumzug gibt, hat die Narrengilde bereits die konkrete Vorstellung, dass geimpfte Personen bereits in den Tagen zuvor entsprechende Bändchen fürs Handgelenk bekommen, wenn sie ihren Impfnachweis an einem Infostand in der Innenstadt vorlegen.

Natürlich müsse der Zugang zur Innenstadt indes auch für Anwohner und Arbeitnehmer ohne Impf- oder Testnachweis offen bleiben. „Dennoch wären aber immerhin rund 95 Prozent der Personen innerhalb der Absperrung kontrolliert“, betonte Roßkopf. Zusätzliche Kontrollen der Bändchen auf dem Platz könnten diese Zahl noch verbessern.

43 Gugge-Gruppen

Grundsätzlich sind die Vorbereitungen für die Großveranstaltungen bereits weit fortgeschritten: „Die Gugge-Explosion ist mit 43 Gruppen ausgebucht, und auch die Anmeldefrist für den Sonntagsumzug ist bereits rum. Wir haben rund 2600 Teilnehmer und etwa 110 Gruppen, das entspricht rund zweieinhalb Stunden Umzug und reicht auch“, befand Roßkopf.

Neue Umzugsstrecke

Die Strecke des großen Sonntagszugs wird unterdessen abgeändert und konzentriert sich ganz auf die Fußgängerzone: Die Aufstellung erfolgt in der Luisenstraße, der Start ist auf dem Rathausplatz. Anschließend führt die Route über den neu gestalteten Bahnhofsplatz, wo eine Tribüne aufgebaut werden soll, über die Turmstraße zum Hebelpark, bevor es über die Grabenstraße zum Senser Platz geht. Von dort laufen die Narren die Tumringer Straße hinunter zum Marktplatz, hinüber zum Burghof und von dort in die nördliche Basler Straße in die Kirchstraße, wo sich der närrische Lindwurm am Adlergässchen auflösen wird.

Poller erleichtern Sperrung

„Wir ziehen uns komplett in die Fußgängerzone zurück, was für unsere Organisation perfekt ist“, erklärte Roßkopf. Die Absperrung der Strecke werde durch die Poller am Rande der Fußgängerzone enorm erleichtert, während die Länge der Route fast gleich bleibe. Roßkopf: „Ich bin ein Riesenfan dieser Dinger.“

Einen neuen Platz soll es auch für den „Dällerschlägg“ am Schmutzige Dunschtig geben. Statt wie zuletzt auf dem Senser Platz soll dieser laut Roßkopf zum Marktplatz umziehen, der Start des Hemdglunkiumzugs ist am Bahnhofsplatz geplant. Und: „Den Dällerschlägg für Zuhause wird es angesichts des Anklangs wieder geben.“

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