Nellie Nashorn Nellie-Freunde auf der Suche nach Mitgliedern und Geld

Regine Ounas-Kräusel
Die Vorstandsmitglieder vor dem Plakat der Kampagne (von links): Philipp Bachmann, Hans Kaufmann, Cornelia Kneser, Theresia Lindner uns Patrick Dengl Foto: Regine Ounas-Kräusel

Der Kulturbetrieb im Nellie Nashorn läuft mit ausverkauften Veranstaltungen gut. Trotzdem wirbt der Verein „Freunde des Nellie Nashorn“ weiter um Mitglieder, um Spender und höhere Zuschüsse von der Stadt.

Bei der Mitgliederversammlung des Trägervereins „Freunde des Nellie Nashorn“ am Dienstag gab Philipp Bachmann vom Vorstand einen Zwischenbericht über die finanzielle Akquise: Die Stadt hat ihren jährlichen Zuschuss Anfang 2024 von 112 500 Euro auf 138 500 Euro erhöht, Nellies Freunde haben 2023 Spenden von 37 500 Euro eingeworben, die Mitgliederkampagne „Nellie 400 - Wir brauchen dich!“ wirkt: Anfang 2024 gehörten dem Verein 150 Personen an, inzwischen sind es 258 Mitglieder, das Ziel sind 400. Bachmann betonte: „Wir sind immer noch auf der Suche nach Mitgliedern und Geld.“

Rückblick

Der Hintergrund: Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Januar schlugen die Freunde des Nellie Nashorn Alarm: Auch der erhöhte städtische Zuschuss reiche nicht, um das Kulturhaus dauerhaft zu betreiben. Das Nellie Nashorn brauche im Jahr 300 000 Euro, um mit seinen Mitarbeitern auf drei Vollzeitstellen und seinen zwei FSJlern 900 Veranstaltungen zu organisieren, hieß es damals: 200 000 Euro aus Zuschüssen der Stadt und aus Spenden von Nellies Freunden und obendrauf einen Landeszuschuss von 100 000 Euro.

Er lege Wert darauf, faire Löhne zu zahlen – angelehnt an die Tarife im öffentlichen Dienst, betonte Dengl am Dienstag.

Dank an Unterstützer

Er und Philipp Bachmann dankten allen Vereinsmitgliedern und Spendern, auch der Sparkasse Lörrach-Rheinfelden, für ihre Unterstützung. Um im laufenden Jahr 200 000 Euro einzunehmen, wollen Nellies Freunde einmalig 62 000 Euro an Spenden einwerben. 45 000 Euro habe man schon erhalten, freute sich Dengl.

Langfristig müsse man aber bei der Stadt einen höheren Zuschuss erwirken, hielt Bachmann fest: Im September werden man wieder beim Gemeinderat vorsprechen. Dengl forderte einen Jahreszuschuss von 160 000 Euro, allein um die Inflation seit 2008 auszugleichen.

Der Kulturbetrieb

Der Kulturbetrieb laufe gut, freute sich Dengl. Er berichtete von ausverkauften Abenden beim Comedy-Festival mit dem Burghof, von neuen Formaten wie der Tanzparty für Teenys. Er lud zum Festival „Sommer im Hof“ ein, das am Freitag startet. Alle Kulturveranstaltungen finanzierten sich selbst, sagte der Geschäftsführer und betonte dennoch: „Nicht kommerzielle Kultureinrichtungen wie das Nellie sind auf Zuschüsse angewiesen.“

Neue Ideen

Die Mitglieder diskutierten weitere Ideen zur Erhöhung der Einnahmen: eine Charity-Party, höhere Eintritte, Tickets zu Normal- und Unterstützerpreisen, Bußgelder vom Amtsgericht. Wenn Künstler auftreten, legten meistens die Agenturen den Eintritt fest, klärte Dengl auf. Wenn bei Veranstaltungen der Hut umgeht oder bei Events wie dem Tanztee, könne schon heute Jeder so viel geben, wie er möchte. Einnahmen erziele das Nellie Nashorn außerdem durch die Vermietung von Räumen. Weitere Infos und Kontakt zum Verein „Freunden des Nellie Nashorn“ über www.nellie-nashorn.de

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