Neuenburg Beschäftigte der Brotindustrie fordern höheren Lohn

Rund 60 Beschäftigte und damit fast die komplette Nachtschicht, sind dem Aufruf der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zur Arbeitsniederlegung gefolgt.Foto: zVg Foto: Weiler Zeitung

Neuenburg am Rhein. Die Beschäftigten der Edeka-Tochter Bäckerbub GmbH (K&U) in Neuenburg sind in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in einen mehrstündigen Warnstreik getreten, teilte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) am Mittwochmorgen mit. Rund 60 Beschäftigte und damit fast die komplette Nachtschicht, sind dem Aufruf der Gewerkschaft zur Arbeitsniederlegung gefolgt. Bis in die Nacht um 1 Uhr stand die Produktion quasi still.

Nachdem die Arbeitsgeberseite bei der ersten Tarifverhandlung am 22. Juni kein Angebot für die rund 1 500 Beschäftigten in der Brot- und Backwarenindustrie in Baden-Württemberg vorgelegt hat, verleihen die Beschäftigten mit dem Warnstreik der Forderung nach einer Steigerung der Löhne und Gehälter um 6,2 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten deutlich Nachdruck.

Der Lohn- und Gehaltstarifvertrag war bereits zum 29.  Februar gekündigt worden. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde der ursprünglich für April geplante Verhandlungstermin einvernehmlich verschoben. „Jetzt warten die Beschäftigten aber lange genug auf eine Tariferhöhung“, betont Uwe Hildebrandt, Landesbezirksvorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Landesbezirk Südwest und Verhandlungsführer seitens der NGG-Tarifkommission.

Es sei daher ärgerlich, dass die Arbeitgeberseite nicht in der Lage war, den nächsten Verhandlungstermin für Juli zu vereinbaren und stattdessen versucht, die Beschäftigten auf Ende August oder gar September zu vertrösten.

„Dies ist umso unverständlicher, als dass es den Betrieben im Land aktuell gut geht. Durch die Systemrelevanz der nahrungsmittelproduzierenden Betriebe und den gestiegenen Bedarf mussten die Beschäftigten in den vergangenen Wochen und Monaten Überstunden leisten und Sonderschichten fahren“, erklärte Hildebrandt. „Die Beschäftigten haben geschuftet und alles gegeben, damit die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung sichergestellt werden konnte.“

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