Neuenburg Digitalisierung und Betreuung

Weiler Zeitung
Nicht nur am Neuenburger Kreisgymnasium sind alle froh, dass der Unterricht wieder in Präsenz stattfindet. Foto: Alexander Anlicker

Digitalisierung, Ganztagsbetreuung und Lehrerversorgung sind die Themen, welche die Neuenburger Schulen beschäftigen, wie bei einem Sachstandsbericht in der jüngsten Gemeinderatssitzung zu erfahren war.

Von Alexander Anlicker

Neuenburg am Rhein. Die Leiter der städtischen Schulen, Thomas Vielhauer vom Mathias-von-Neuenburg-Schulverbund und Alexandra Hoffmann von der Rheinschule sowie Rainer Kügele, Rektor des Kreisgymnasiums Neuenburg, berichteten von der aktuellen Situation und standen den Ratsmitgliedern Rede und Antwort.

Real- und Werkrealschule

Als wichtiges Thema bezeichnete Vielhauer die Digitalisierung, mit der man sich schon vor Corona beschäftigt habe. Die Schule habe es geschafft, schon vor Corona den Medienentwicklungsplan zu entwickeln, der Voraussetzung für Fördermittel sei, die von der Schule auch abgerufen werden. Mit Mitteln des Digitalpakts wurden die Klassenzimmer digitalisiert. Bis auf ein Zimmer, das noch nachgerüstet wird, sind aus allen anderen die Kreidetafeln verschwunden und durch elektronische Tafeln ersetzt worden. „Auch die Lehrer, die anfangs skeptisch waren, sind begeistert“, berichtete Vielhauer.

Aus dem Topf „Sofortaus­stattung“ wurden Schülerendgeräte (iPads) beschafft, die während des Lockdowns Schülern zur Verfügung gestellt wurden. Auch jetzt seien diese ständig in Betrieb. Aus einem dritten Topf wurde die Ausstattung der Lehrer finanziert, damit diese – auch aus Datenschutzgründen – nicht ihre privaten Geräte nutzen müssen.

Das alles benötige auch entsprechende Serverkapazitäten und Betreuung. Vielhauer wies auf ein weiteres Förderprogramm hin, das es der Stadt ermöglichen könnte, einen IT-Fachmann für die Betreuung von Schulen und Kindergärten anzustellen.

Was die Lehrerversorgung angehe, sei die Mathias-von-Neuenburg-Schule gut versorgt, berichtete Vielhauer. Darüber hinaus berichtete der Rektor von vielen kleinen Dingen, nannte exemplarisch Projekte und Aktivitäten zu den Themen Dyskalkulie, Rassismus, Inklusion, Gesundheitsschutz, Soziales Lernen oder zuletzt die U18-Wahl.

Rheinschule

Als „gut aufgestellte Schule“ bezeichnete Alexandra Hoffmann die Rheinschule. Die Grundschule mit Außenstellen in den Ortsteilen zählt derzeit 13 Klassen und eine Grundschulförderklasse. Von den 467 Schülern nutzten 118 die Ganztagsbetreuung und 146 die Kernzeitbetreuung. Im aktuellen Schuljahr gibt es vier erste Klassen. Hier nutze bereits die Hälfte der Schüler die Ganztagsbetreuung und ein weiteres Viertel die Kernzeitbetreuung.

Die wachsende Schülerzahl sorge für zusätzlichen Raumbedarf, berichtete die Schulleiterin. Unter anderem werden ein Büro für die Schulsozialarbeit, Räume zur Differenzierung, weitere Klassenzimmer und eine Ruheraum benötigt. Auch das Lehrerzimmer sei für eine Ganztagsschule zu klein und habe zu wenige Arbeitsplätze. Darüber hinaus berichtete Hoffmann von einem wachsenden Bedarf an Schulsozialarbeit und einem wachsenden Anteil von Schülern mit psychiatrischen Diagnosen.

Auch an der Grundschule schreitet die Digitalisierung voran. So wurden 60 iPads und Lehrerlaptops beschafft. „Wir sind dabei, den Medienentwicklungsplan zu Ende zu schreiben“, sagt sie.

Die Sprachförderung spielt an der Rheinschule eine große Rolle. Etwa 150 Kinder haben eine andere Muttersprache. Rund 45 Prozent hätten einen Migrationshintergrund und insgesamt seien an der Schule 28 Nationalitäten vertreten. So gebe es einen erhöhten Bedarf an Sprachförderung und zwei integrative Vorbereitungsklassen.

Kreisgymnasium

Das Neuenburger Kreisgymnasium erfreut sich wachsenden Zuspruchs, wie Rektor Rainer Kügele berichtete. An der Schule in der Trägerschaft des Landkreises stieg die Zahl der Schüler in den vergangenen drei Jahren von 430 auf 530. Aktuell zählt die Schule 19 Klassen, die von 61 Lehrkräften unterrichtet werden. Das sei eine halbe Stelle zuwenig, zudem seien zwei Lehrkräfte krankheitsbedingt ausgefallen und eine Kollgin schwanger, berichtete Kügele von einem Personalengpass. Das Thema Digitalisierung schreitet auch am Kreisgymnasium voran – wenn auch langsamer, wie den Ausführungen des Schulleiters zu entnehmen war. So gibt es in der Schule bislang nur über zwei digitale Tafeln. Dafür wird die Schule bald über ein schnelles Netzwerk verfügen. Ab Pfingsten sollen alle Klassenzimmer mit einer Ein-Gigabit-Leitung und W-Lan-Routern versorgt werden. Das Problem: Von außen führt nur eine 200-Mbit-Leitung in die Schule. Demnächst soll auch mit dem Anbau im Innenhof begonnen werden. Ursprünglich zweieinhalbzügig geplant, entwickelt sich die Schule zu einem vierzügigen Gymnasium.

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