Neuenburg Doppelaxtwerfer trainieren für WM

Die Doppelaxtwerfer beim Training für die Weltmeisterschaft in Schweden Foto: Anlicker Foto: Weiler Zeitung

Ein kleines Gartengrundstück am Grasweg in Neuenburg: Nebeneinander aufgereiht stehen drei Baumscheiben, mit einem großen roten Punkt und einem roten Kreis darum ­– Zielscheiben für fliegende Äxte. Immer dienstags am späten Nachmittag treffen sich hier die Markgräfler Doppelaxtwerfer.

Von Alexander Anlicker

Neuenburg am Rhein. Es sind keine hünenhaften Wikinger, sondern unter anderem Metzger, Fliesenleger, Buchhändler, Busfahrer, Köchin und Lehrer – gemeinsam haben sie Spaß an dieser außergewöhnlichen Sportart. Vier aus der Gruppe trainieren derzeit etwas intensiver: Andrea und Ralf Berger, Günther Sütterlin und Achim Steier fahren demnächst ins schwedische Hällefors, wo am 9. und 10. August die Weltmeisterschaft im Doppelaxtwerfen stattfindet.

Kaum zu glauben, aber die Doppelaxtwerfer sind aus dem Kegelclub „Die Gassenhauer“ hervorgegangen. Durch persönliche Kontakte in den Hotzenwald zu den Doppelaxtfreunden Rippolingen lernten die Kegelfreunde das Werfen mit der Doppelaxt kennen und gründeten 2012 die Markgräfler Doppelaxtwerfer, erklärt Heinz Sütterlin, der Vorsitzende des kleinen Vereins, der aktuell zehn Aktive, zwei Frauen und acht Männer, zählt.

Entstanden ist das Doppelaxtwerfen Mitte des 19. Jahrhunderts als Zeitvertreib bei nordamerikanischen und skandinavischen Holzfällern, die oft monatelang weit weg von der Zivilisation arbeiteten, weiß Sütterlin. Schon ein Jahr nach der Gründung nahmen die Markgräfler Axtwerfer erstmals an den Süddeutschen Meisterschaften teil. Höhepunkte waren bislang die Teilnahmen an Deutschen Meisterschaften, Europameisterschaften sowie an der jüngsten Weltmeisterschaft im Jahr 2017 im hessischen Hungen. Erfolgreichster Sportler ist derzeit Ralf Berger. Der 52-Jährige ist amtierender Süddeutscher Meister und wurde 2017 mit dem Nationalteam Mannschaftsweltmeister.

Geworfen wird auf eine Holzscheibe mit einem Durchmesser von 50 Zentimetern, die in 6,10 Metern Entfernung steht – die krumme Zahl kommt dadurch zustande, dass bei dieser Entfernung die mindestens 1134 Gramm schwere Axt genau einmal um ihren Schwerpunkt rotiert. Geworfen wird jeweils eine Serie aus sechs mal sechs Würfen.

„Ich werfe jetzt seit neun Jahren, beim Werfen passiert nix“, antwortet Sütterlin auf die Frage, ob das Axtwerfen nicht gefährlich sei. Allerdings gibt er zu, dass man ab und zu auch mal unvorsichtig in die Schneide fasst.

Nach der Weltmeisterschaft steht als nächstes die Süddeutsche Meisterschaft an, die von den Markgräfler Doppelaxtwerfern gemeinsam mit den Schiibespalter Südbaden aus Buggingen ausgetragen wird. Diese finden am 12. und 13. Oktober im Pearl-Stadion in Seefelden statt und sind die Generalprobe für die 2020 geplanten Deutschen Meisterschaften.  Weitere Informationen unter www.markgraefler-doppelaxtwerfer.de

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