Neuenburg Forschen und Entdecken

Alexander Anlicker
Der Biologe Alexander Pieh geht im Klemmbach auf Jagd nach Bachflohkrebsen und Köcherfliegenlarven.    Foto: Fotos: Alexander Anlicker

Das „Grüne Klassenzimmer“ und der Treffpunkt Baden-Württemberg sind seit vielen Jahren fester Bestandteil der Landesgartenschauen. Das Grüne Klassenzimmer hat sich die Aufgabe gestellt, das Umweltwissen zu mehren und das Bewusstsein für die Notwendigkeit des Schutzes unserer natürlichen Ressourcen begreiflich zu machen - durch eigenständiges Forschen und Entdecken.

Von Alexander Anlicker

Neuenburg am Rhein. Was denn im „Grünen Klassenimmer“ so alles auf dem Lehrplan steht, wollte unsere Zeitung von Alexander Pieh, Diplom-Biologe und Leiter des „Grünen Klassenzimmers“ wissen.

Frage: Herr Pieh, welche Fächer stehen bei ihnen auf dem Stundenplan?

Das ist ein weit gestecktes Feld. Das Unterrichtsangebot reicht von Gärtnern und Pflanzenkunde über die Begegnung mit Tieren bis hin zu Geologie und Geografie, wie beispielsweise die Entstehungsgeschichte des Rheingrabens. Wichtig ist dabei ein Blick über den Tellerrand, so gibt es auch Unterricht zur Landes- und Stadtgeschichte, um den Heranwachsenden einen geschichtlichen Bezug zu ihrer Stadt zu vermitteln. Wir versuchen uns am Thema Nachhaltigkeit zu orientieren. Das Angebot des „Grünen Klassenzimmers“ ist weit geöffnet, so dass es die Lebenswelt der Schüler umfasst.

Frage: An wen wendet sich das „Grüne Klassenzimmer“?

Das „Grüne Klassenzimmer“ richtet sich an Schulklassen, inklusive Förderschulklassen und ähnliche Einrichtungen, von der ersten bis zur zwölften Klasse. Also von sechs bis 18 Jahren. Es kommen aber auch ältere Schüler von Berufsschulen. Aber gerade die Förderschulen liegen mir sehr am Herzen. Außerdem besuchen Lehrer hier Kurse und Fortbildungen im Bereich Umweltpädagogik.

Frage: Wo kommen die Schulklassen her?

Diese können theoretisch aus ganz Baden-Württemberg kommen. Beispielsweise kommt auch eine Schule aus Lahr, wo 2018 die Landesgartenschau stattfand. Der Schwerpunkt liegt aber eindeutig bei Schulen hier aus der Region beziehungsweise im Umkreis von einer Stunde Anfahrt. Neben den Neuenburger Schulen wie dem Kreisgymnasium, der Mathias-von-Neuenburg-Schule und der Rheinschule waren in den ersten drei Wochen das Markgräfler Gymnasium, die Rosenburgschule und die Michael-Friedrich-Wild- Grundschule, die Albert-Julius-Sievert-Schule und die Adventistische Bekenntnisschule sowie die Grundschulen aus Sulzburg, Schliengen-Liel.und Malsburg-Marzell bereits hier. Insgesamt kamen in den ersten drei Gartenschauwochen bereits 30 Schulklassen.

Frage: Wieviel Schulklassen erwarten Sie auf der Landesgartenschau?

Wir gehen von etwa 300 Schulklassen aus, bis jetzt schaut das auch ganz gut aus? Zwei Drittel der bisherigen Buchungen sind noch nicht durchgeführt. Der Hauptansturm wird vor den Sommerferien kommen.

Frage: Können Lehrer das Grüne Klassenzimmer noch buchen?

Ja, es kommen auch von uns immer wieder neue Angebote und Unterrichtseinheiten dazu.

Frage: Welche Angebote werden denn am meisten nachgefragt?

Meistens werden Begegnungen mit Tieren nachgefragt. Auch „Eine Welt“-Geschichten, die Verbindungen zwischen lokalem Handeln und globalen Verhältnissen aufzeigen, werden immer mehr nachgefagt. Wo das „Grüne Klassenzimmer“ einen Trend angestoßen hat, ist das Bewegungsprogramm, damit sich die Schüler in den Pausen bewegen. Dies wurde kürzlich sogar vom Kultusministerium aufgegriffen.

Frage: Anders als beim Trinationalen Umweltzentrum bei der „Grün 99 „in Weil am Rhein, gibt es in Neuenburg keinen Streichelzoo. Welche Tierbegegnungen sind denn möglich?

Beispielsweise die Honigbiene am Stand der Imker, aber auch die auf dem Gelände lebenden Tiere von der Feldgrille bis zur Zauneidechse oder Schaumzikade. Auch am Wuhrloch mit dem Klemmbach gibt es viel zu entdecken, vom Bachflohkrebs über Eintagsfliegenlarven bis zum Hundeegel. Mikroskope bieten dabei Details, die dem Auge sonst verborgen bleiben.

Frage: Was machen Sie im Winter, wenn das „Grüne Klassenzimmer“ geschlossen ist?

Dann beschäftigen wir uns mit der Vorbereitung der nächsten und übernächsten Landesgartenschau. Wir bauen dann für den jeweiligen Standort einen Referentenstamm auf. Wir schauen welche Ressourcen es gibt. Etwa 30 Prozent der Referenten kommen aus der jeweiligen Region. In Neuenburg haben wir einen Stamm von 80 Referenten aufgebaut. Daneben wird im Winter auch die Webseite erstellt.

Das „Grüne Klassenzimmer“ ist ein Projekt der Fördergesellschaft für die baden-württembergischen Landesgartenschauen bwgrün.de.

Lehrkräfte die für ihre Klasse einen Kurs buchen möchten,, können dies online tun unter https://www.gruenesklassenzimmer-bwgruen.de/kurse-buchen.

Der Diplom-Biologe ist seit dem Jahr 2002 beim „Grünen Klassenzimmer“ mit dabei. Seit 2008 ist er Leiter des „Grünen Klassenzimmers“.

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