Neuenburg Gleich zum Auftakt ein Knaller

Geht nach 45 Jahren auf der Bühne in den närrischen Ruhestand: Elfriede Hüttlin (l.). Zum Abschied gab’s ein Ständchen von den Schnooge und langanhaltenden Applaus vom Publikum. Foto: Alexander Anlicker

Neuenburg am Rhein - Knapp vier Stunden Stimmung und gute Laune versprühte der Zunftabend der Narrenzunft „D’Rhii­schnooge“ im Stadthaus. Etwas Wehmut kam allerdings am Ende des Auftritts von Wuhrloch-Callas und Obernärrin Elfriede Hüttlin mit Markus „Blechle“ Weber auf. Hüttlin verabschiedete sich nach 45 Jahren unter langanhaltendem Beifall des Publikums von der närrischen Bühne.

Die Premiere am Freitag begann gleich mit einem Knaller. Statt „Schnoog Schnoog – Quak Quak“ hieß es nämlich auch „Suff dr Wii – Hudeli“: Zunftmeister Tobias Anlicker brachte seine Müllheimer Kollegin Monja Karle zur Begrüßung mit in die Bütt, damit diese – angesichts des ausgefallenen Hudeli-Zunftabends – nicht verlernt, wie ein Zunftabend geht. „Hänn ihr Probleme, so schön hätte mir’s au mol gern“, meinte Karle angesichts des ausverkauften Neuenburger Zunftabends und sagte: „Für alli, di für den Neuenburger Zunftobe keini Karte meh kriege, chemme eifach uff Mülle.“

Tanz

Das kurzweilige Programm bot unter anderem viel Tanz. Die kleine Garde verzückte das Publikum ebenso wie die große. Beide Garden werden betreut von Petra Knauf. Französische Lebensart zeigten die Schnoogemänner mit ihrer Tanzeinlage zu aktuellen französischsprachigen Hits, und die Schnoogemaidle boten eine zuckersüße Tanzeinlage zu Christina Aguileras „Candyman“.

Flotte Tanznummern hatten auch die Klosterkopfhexen und die Wuhrlochfrösche bei ihren Gastauftritten mit im Gepäck.

Einen echten Blickfang boten die Klosterkopfhexen. Inspiriert von den Trachten-Fotografien des Künstlers Sebastian Wehrle, tanzten sie in unterschiedlichen Trachten, unterstützt von der Stadtmusik. Für Begeisterung sorgte zudem Tanja Dischinger als Frosch-Funkenmariechen.

Bütt

Einen tollen Auftritt mit einer Mischung aus Gesang und Bütt boten Elfriede Hüttlin und Markus „Blechle“ Weber. Mit närrischen Seitenhieben stupften sie in Richtung Müllheim und der Getränkehochburg Auggen. Aber auch dem Umbau der „Tabak­stroß“ und den neuen Glockenturm fürs „Fiirobeglöckle vum Rothuus“ nahmen sich die beiden Obernarren an.

Nach 45 Jahren verabschiedete sich Elfriede Hüttlin mit Wehmut von der Bühne – die Auftritte würden mit dem Alter immer anstrengender, stellte sie fest. Als Dankeschön gab’s von den Schnooge ein Abschiedslied und eine Bildercollage ihrer Auftritte.

Für Nachwuchs in der Bütt ist jedoch gesorgt: Die drei Gardemaidle Maja Hamburger sowie Lara und Jule Imm plauderten aus dem Nähkästchen beziehungsweise aus der Umkleidekabine der Garde. In ihrem frechen und spritzigen Beitrag beschäftigten sie sich unter anderem mit den städtischen Finanzen.

Fast schon Mitleid hatte das Publikum mit dem Patienten (Andreas Grether), der von den drei Krankenschwestern Doris Debrechan, Kornelia Anlicker und Doris Reese mehr oder weniger – eher weniger – liebevoll versorgt wurde. Bei der Nummer blieb kein Auge trocken.

Für Lachtränen sorgte auch Peter Steinbeck als Kellermeister und Schreck der Kellergeister. „Was isch bim Wi denn wichtig, nit die Öchsle, die abelaufe, sondern die Ochse, die den Schissdreck chaufe“, reimte er mit zunehmend verwaschener Sprache und seltsamer Mimik.

Zum Abschluss gab’s noch eine Gesangseinlage, begleitet von Philipp Müller. Apropos Gesang: Auch diesen gab’s reichlich. Die Schnoogefrauen entführten das Publikum unter dem Motto „Babylon Berlin“ in die musikalische Welt der 1920er Jahre, und die Kronenraibrunzer Christian Schlüter, Stefan und Tobias Anlicker sorgten mit ihren Auftritten für Stimmung.

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