Neuenburg Grünkohl statt Braunkohle

Neuenburg - Knapp 300 Schüler demonstrierten am Freitagnachmittag in Neuenburg für mehr Klimaschutz und sind Teil der weltweiten „Fridays for Future“-Bewegung. Die Schüler haben den Demonstrationszug vom Kreisgymnasium über Freiburger und Müllheimer Straße zum Rathaus bewusst auf den unterrichtsfreien Nachmittag gelegt, um zu zeigen, dass es ihnen nicht ums Schule schwänzen geht, sondern dass ihnen das Klima am Herzen liegt. Sie fordern die Politiker auf, endlich die nötigen Gesetze zu machen, auch wenn diese wehtun.

Klassenfahrt mit Bus und Bahn statt Flieger

Weh taten auch die negativen Äußerungen, die im Vorfeld der Aktion in den sozialen Netzwerken getätigt wurden. Dies in Unkenntnis darüber, dass die Demo am Freitagnachmittag nach dem Unterricht stattfand – der Vorwurf des Schuleschwänzens daher gar nicht zutraf. Übrigens hat am Kreisgymnasium die Schulkonferenz schon vor drei Jahren beschlossen, dass bei Abschluss- und Klassenfahrten nicht mehr geflogen, sondern mit der Bahn gefahren wird.

„Wir haben die negativen Reaktionen durchaus mitbekommen, haben uns aber nicht die Zeit genommen, darauf zu reagieren“, sagte Sarah-Lea Kuner. Die 17-Jahrige ist Teil des 15-köpfigen Organisationsteams. Sie besucht die elfte Klasse am Neuenburger Kreisgymnasium und marschierte beim Demonstrationszug mit dem Megaphon in der Hand vorneweg. „Wir haben die Demonstration bewusst nach den Unterricht gelegt, damit man uns eben genau das nicht vorwerfen kann“, betonte sie und ergänzte: „Wir wollen zeigen, dass uns unsere Zukunft wichtig ist und am Herzen liegt.“

Der Protest der Schüler war kreativ, was nicht nur an den buten Plakaten deutlich wurden. „Grünkohl statt Braunkohle“ war ebenso zu lesen wie die von anderen Demonstrationen bekannten Parolen „There is no Planet B“. „Wir laufen fürs Klima“ war auf dem Spruchband zu lesen, das die Schüler vor sich hergetragen hatten. Nach dem Motto „Wer nicht hüpft, der ist für Kohle“ wurde aber nicht nur gelaufen, sondern gehüpft. Bei aller Kreativität kam auch die Ernsthaftigkeit nicht zu kurz.

Konkret fordern die Schüler die Politiker auf, das beim Klimagipfel in Paris vereinbarte Ziel, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen, auch umzusetzen. „Wir haben schon jetzt viele Flüchtlinge. Wie viele werden es werden, wenn sich die Erde weiter erwärmt“, betonte eine Schülerin.

Die „Fridays for Future“-Bewegung hat die Schüler auch zum Nachdenken angeregt. „Ich habe mich gefragt, was mache ich für den Klimaschutz“, sagte eine Schülerin und gab zu, dass sie sich bis zur Organisation der Demonstration zu wenig um das Thema Klima und Umwelt gekümmert habe. Bus oder Rad statt Auto laute nun die Devise. Und auch das Licht ausmachen, wenn man den Raum verlässt, ergänzte sie.

Lob gab es übrigens von der Polizei für Organisatoren. Die Schüler hätten im Vorfeld das Gespräch mit der Polizei gesucht und viel über das Versammlungsrecht gelernt, stellte Revierleiter Thomas Müller fest.

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