„Ich bin stolz, dass wir ein Ort sind, der von Trinationalität lebt“, sagte Neuenburgs Bürgermeister Joachim Schuster gestern bei der Eröffnung der Narrensuppe in der „Krone“. Der Rathauschef hieß nicht nur Gäste, sondern auch Akteure aus der Schweiz, Frankreich und Deutschland willkommen.

Von Alexander Anlicker

Neuenburg am Rhein. Das knapp zweistündige Programm bestritten unter anderem die jungen Talente aus der Neuenburger Fasnacht. Für den musikalischen Auftakt sorgten die Tambouren der Knaben- und Mädchenmusik Basel, die nicht nur das traditionelle Spiel auf der Trommel beherrschten, sondern auch mit Beatboxing für rhythmische Klänge sorgten. Das Finale bestritt das elsässische Mundartkabarettduo Christine Wolf und Pierre Zeidler mit einer satirischen Betrachtung des Alltags.

Zu Beginn zog ein gut gelaunter Bürgermeister in einer launigen Rede den Vergleich zwischen einem Zunftabend und einer Gemeinderatssitzung. „Bei uns im Gemeinderat ist der Eintritt kostenlos, und es gibt Büttenreden am laufenden Band“, sagte Schuster und sparte nicht mit einem närrischen Seitenhieb auf die Nachbarstadt im Osten: „Ich hab’ mir sagen lassen, in Müllheim gibt’s die besseren Büttenredner.“

Zunftmeister Tobias Anlicker von der Narrenzunft „D’Rhiischnooge“ verkündete das Motto der Saison: „S’ isch wie s’ isch, des wär doch g’lacht: Humor blibt halt die gröschdi Macht.“

Für gute Laune sorgte Schusters Ex-Kollege, Kanderns ehemaliger Vogt Bernhard Winterhalter, mit einem fulminanten Auftritt in der Bütt. Der Kanderner Alt-Bürgermeister ist unter die Sprachlehrer gegangen, um Zugezogenen die alemannische Mundart zu vermitteln. Allein für den „Ruusch“ (Rausch) fand Winterhalter zig alemannische Ausrücke und Redenwendungen von Dämpis über Tschätter und Sarras bis hin zu „Öl am Hut“.

Dass der Neuenburger Narresome Witz, Humor und Herzblut in die Wiege gelegt bekommt, bewiesen Leo (9 Jahre) und Jona Ruh (5) von der Neuenburger Zigeunerclique mit ihrem frechen und frei vorgetragenen Auftritt.

Ein Höhepunkt war der Auftritt der BNZ-Clownerie aus Freiburg, die sich mit tollem Gesang der ernsten Kommunal-, Landes-, Bundes- und auch Weltpolitik annahmen: „Trump hat von Politik keinen Schimmer, doch Geld regiert die Welt schon immer.“

Und sie hatten auch ein kleines Lied für den Gastgeber mit im Gepäck: „Joachim, du bisch dr Held, das Neueburg au alle g’fällt.“

Für Spaß sorgten auch die „Clowns vom Kronenwirt“, Daniela Klingenmeier und Lars Schuh, die mit viel Humor durchs Programm führten.

Krönender Abschluss war einmal mehr die dampfende Narrensuppe aus der Kronen-Küche, nach der die Neuenburger Narrenschar gestärkt in die fünfte Jahreszeit durchstartete.