Neuenburg Keine Ruhe in der Rente

Einmal mehr machte die „Markgräfler Lachbühne“ ihrem Namen alle Ehre. Foto: Alexander Anlicker Foto: Weiler Zeitung

„Lachbühne“ – der Name ist Programm: Bei der Premiere des jüngsten Stücks „Ruhestand - … und plötzlich war die Ruhe weg!“ im Neuenburger Stadthaus wurde viel und kräftig gelacht.

Von Alexander Anlicker

Neuenburg am Rhein. Bei den Stücken der „Markgräfler Lachbühne“ um Regisseur Peter Steinbeck ist Spaß und gute Laune garantiert. Und so waren nicht nur die beiden Aufführungen am Wochenende im Neuenburger Stadthaus restlos ausverkauft, auch für die Gastspiele am Freitag, 15. November, in der Wolferhalle in Blansingen sowie am Samstag, 16. November, in der Hügelheimer Festhalle sind keine Karten mehr zu bekommen.

Sehr zur Freude von Regisseur Steinbeck und dem Vorsitzenden der Markgräfler Lachbühne, Bernd Merle, sind fast 1500 Karten verkauft worden. Der Theaterbesuch sei „die lustigste Art Gutes zu tun“, sagte Steinbeck. Er erinnerte daran, dass der Erlös der Aufführungen für wohltätige Zwecke gespendet wird – im vergangenen Jahr wurden unter anderem das Haus Engels in Bad Bellingen, das Frauenhaus in Lörrach sowie die Initiativen Tigerherz und Spatz an der Freiburger Uniklinik unterstützt.

Zum Theaterstück

Nach 43 Jahren und fünf Monaten geht Julius Klein (Alfons Klingele) in den Ruhestand. Klingele spielt den handwerklich talentfreien, ehemaligen Verkaufsleiter perfekt, der mit Brainstorming und Jour Fixe den von Gattin Therese (Beate Berger) geleiteten Haushalt und die kleine Zimmervermietung gehörig durcheinander wirbelt. Wie chaotisch das zugeht, zeigte das Brainstorming zum Mittagessen, das zur Kombination Grießbrei, Fischstäbchen und Sauerkraut führt.

Als Julius Freunde Hans-Rudi (Stefan Scheidt) und Erwin Hirsch (Roland Kappeler) zuhause ebenfalls neue Management-Methoden einführen wollen, platzt den Gattinnen Therese Klein, Karola Brand (Beate Sänger) und Gisela Hirsch (Jasna Kappeler) der Kragen. Sie suchen sich mit Unterstützung von Tochter Susanne Klein (Alicia Scheidt) und ihrem Verlobten Stefan Seubert (Stefan Anlicker) einen Job, und die drei Männer müssen sehen, wie sie mit dem Haushalt zurechtkommen – das Chaos ist programmiert. Zusätzlich für Verwirrung sorgen Pensionsgast Karl Mai (Bernd Merle) und Julius ehemalige Sekretärin Liselotte Schlüpfer (Anja Hamburger).

Das Ensemble spielte gut drei Stunden lang hoch konzentriert, hatten die Akteure doch in rund drei Monaten Vorbereitungszeit einiges an Text lernen müssen. Trotzdem war den Schauspielern die Freude am Spielen sichtlich anzumerken, so dass der Funke schnell zum Publikum übersprang.

Für Begeisterung und Lacher sorgten die von Alfons Klingele perfekt dargebotenen cholerischen Anfälle von Julius Klein, aber auch Roland Kappeler, der für seine Rolle als Erwin Hirsch sogar das Stottern gelernt hat. Eine Bereicherung für die Schauspieltruppe und Idealbesetzung für den schnoddrig-frechen Studenten Stefan Seufert ist Stefan Anlicker.

Aber eigentlich haben alle Akteure und das Ensemble als Ganzes überzeugt.

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