Neuenburg Mittelalterliche Stadt ohne ebensolches Stadtbild

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Mit dem vierten Band ist nun das Buchprojekt „Die Urkunden der Stadt Neuenburg“ vollendet. Der Band wurde präsentiert von Olivier Richard, Mitautor Jürgen Treffeisen und Bürgermeister Joachim Schuster (v.l.). Foto: Jutta Schütz

Neuenburg (jut). Das Buchprojekt „Die Urkunden der Stadt Neuenburg“ entpuppte sich als zeitintensiver als gedacht – nicht nach den ursprünglich anvisierten zehn Jahren, sondern nun nach 31 Jahren war die Buchreihe vollendet. 2014 wurde der erste Band der Reihe präsentiert, jetzt ist der letzte, zwei Bücher starke, vierte Band fertig. Er berücksichtigt Urkunden aus den Jahren 1463 bis 1500.

Insgesamt sind in allen vier Bänden vom Jahr 1185 an bis 1500 nun 1798 Regesten, das heißt Beschreibungen und Zusammenfassungen von Quellen, mit wichtigen Informationen zu Personen, Orten, Sachverhalten und Jahren von Urkunden, berücksichtigt. Angestoßen wurde das gesamte Projekt 1991 von Stadtarchivar Winfried Studer. Präsentiert wurde Band IV bei der Tagung der Abteilung Landesgeschichte des Historischen Seminars der Albert-Ludwig-Universität Freiburg und der Stadt Neuenburg am Rhein, die im Stadthaus stattfand. Anschließend zur Buchvorstellung hielt Dr. Jürgen Treffeisen aus Karlsruhe einen unterhaltsamen Vortrag mit dem Titel „Stadt-Land-Fluss. Die Stadt Neuenburg und ihr ländliches Umland“. Die insgesamt elf Fachvorträge der Tagung drehten sich diesmal um das Themenfeld „Ländliche Siedlung und Dorfgenese am Oberrhein. Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt im Mittelalter“.

Dr. Heinz Krieg, akademischer Rat an der Abteilung Landesgeschichte, betonte im Rückblick auf die Entstehung der Buchreihe, dass es ein unglaubliches Unterfangen gewesen sie, einer Stadt, die ihr mittelalterliches Stadtbild verloren habe, mit der Zusammenstellung mittelalterlicher Urkunden einen Teil ihres Erbes zurückzugeben. Ein Lob ging dabei an Gemeinderat und Verwaltung, Sponsoren und Bürger, die das Projekt über die Dauer von 30 Jahren unterstützt haben. Insbesondere Winfried Studer, und die wissenschaftlichen Rechercheure und Autoren, der Historiker Jörg W. Busch, Professor an der Goethe Universität in Frankfurt und Dr. Jürgen Treffeisen, stellvertretender Abteilungsleiter im Landesarchiv Karlsruhe, haben sich um das Gesamtwerk verdient gemacht, so Krieg.

Bürgermeister Joachim Schuster bezeichnete die vier Urkundenbände als „Grundlagenwerk, an dem die Forschung nicht vorbeikommt“ und als „Gedächtnis unserer Stadt“. Das Grundlagenwerk wende sich nicht nur an Wissenschaftler, sondern an Geschichtsinteressierte, Bürger, Genealogen, Rechtshistoriker sowie Forscher der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, so Schuster und bedankte sich bei den Autoren.

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