Neuenburg Mundart-Komödie sorgt für Lachsalven

Weiler Zeitung, 11.11.2016 11:05 Uhr

Neuenburg am Rhein (anl). Einen Volltreffer landete die Markgräfler Lachbühne mit ihrem neuen Stück „Erben leicht gemacht“. Das Premierenpublikum im Gemeindehaus St. Bernhard in Neuenburg war begeistert. Regisseur Peter Steinbeck hat die Mundartfassung der Komödie von Tobias Landmann den Akteuren auf den Leib geschrieben. Nicht nur mit Wortwitz, sondern auch mit Gestik und Mimik überzeugten die Darsteller auf der Bühne. Allen voran Beate Sänger als Magd Frieda Mops, die herzerweichend und anrührend in Tränen ausbrach, da ihr Chef, Landwirt Ludwig Moser, ihre Liebe nicht erwiderte. Roland Meisinger spielte den ebenso eingefleischten wie unordentlichen Junggesellen perfekt: Da landet nach dem nächtlichen Saufgelage schon ein mal eine Socke im Weinkrug. „Käsig im Abgang“: Für Lachsalven sorgte Alfons Klingele als Ludwigs Gehilfe Schorsch gleich im ersten Akt, als er die Socke aus dem Krug zog und sich damit über die Stirn fuhr und den Mund abwischte, während ihm der Pfarrer (Bernd Merle) von Ludwigs finanziellen Problemen berichtete. Ludwig Moser hat ein Pro­blem: Die Existenz des Hofs ist gefährdet – die Zwangsversteigerung droht. „The Water steht ihm bis zum Hals“, wie Ludwigs in den USA lebende Schwester Sophie (Beate Berger) treffend feststellte. Diese verwaltet – wie es einst der Vater verfügt hatte – Ludwigs Erbe, bis er heiratet. Gemeinsam mit Schorsch heckt er einen Plan aus, um Sophie die bevorstehende Hochzeit vorzugaukeln. Doch diese ist nicht auf den Kopf gefallen und reist an, um die Braut kennenzulernen. Damit nimmt das Chaos seinen Lauf. Neben Ludwigs geschwätziger Base Mathilde (Manuela Obermeier) sorgt auch ein mysteriöser Kriminalfall, in dem Philipp Müller als stotternder Polizist Herbert Schnellinger ermittelt, für weitere Verwicklungen. Und da taucht auch noch Helene Meyer (Damaris Zindler) als Ludwigs und Sophies Jugendfreundin auf. Zuviel für Frieda Mops (Beate Sänger), die sich nur zu gerne als Ludwigs Braut anbieten möchte. Am Ende fügt sich alles zum Guten und das Publikum belohnte die Akteure verdient mit reichlich Beifall. Zum Erfolg trugen auch das perfekte Styling durch Elvira Ackermann, Souffleuse Mechthild Merle und der elsässische Maler Gérard Kraemer bei, der das gelungene Bühnenbild geschaffen hat. Der Erlös der Aufführungen kommt sozialen Zwecken zu Gute. Im vergangenen Jahr wurde unter anderem das Haus Engels in Hertingen untersützt.