Neuenburg Neuenburger halten sich an Regeln

Andreas Grozinger ist Teamleiter von Ordnungsamt und Verkehrsbehörde. Foto: Alexander Anlicker Foto: Weiler Zeitung

Ordnungswidrigkeiten im Verkehrsbereich haben stark abgenommen, dafür hat die illegale Müllentsorgung deutlich zugenommen, ziehen Andreas Grozinger, Teamleiter des Ordnungsamts, und Robert Antolic vom Gemeindevollzugsdienst im Gespräch mit unserer Zeitung Bilanz.

Von Alexander Anlicker

Neuenburg am Rhein. Die Frage nach konkreten Zahlen bezüglich Bußgeldern bei Verstößen gegen die Corona-Verordnung und das Infektionsschutzgesetz möchte Grozinger nicht beantworten. In normalen Jahren würden an einem heißen Sommertag mehr Ordnungswidrigkeitsanzeigen am Baggersee in Zienken gezählt als es jetzt Corona-Verstöße waren, sagt Grozinger.

„Es ist sehr ruhig auf der Straße. Die Ordnungswidrigkeiten im Verkehrsbereich haben wahnsinnig abgenommen“, berichtet Antolic und ergänzt: „Die Leute sind sehr einsichtig.“ Dies liege unter anderem auch am geringeren Verkehrsaufkommen, auch bedingt durch die Schließung der Grenze nach Frankreich.

Wenn bei den täglichen Streifenfahrten jemand auffällt, werde er darauf angesprochen, sagt er mit Blick auf das Thema Corona-Streifen und betont, dass sich die Normalbürger gut an die Abstandsregeln halten. Auch auf den mittlerweile wieder geöffneten Kinderspielplätzen würden sich alle an die Regeln halten.

Die wenigen Anzeigen kämen dann auch von der Landespolizei, welche in den Abendstunden Corona-Verstöße feststellt.

„Die Selbstverantwortung funktioniert“, lautet dann auch das Fazit des Gemeindevollzugsbediensteten. „Was zugenommen hat sind Umweltdelikte“, erklärt er mit Blick auf wilde Müllablagerungen in der Landschaft. Dies liegt vermutlich daran, dass in Corona-Zeiten der eine oder andere Zeit zum Entrümpeln der Wohnung hat.

„Es ist sehr viel Sperrmüll dabei“, weiß auch Grozinger, der sich jedoch auch über die illegale Entsorgung wundert. „Sperrmüll ist durchgehend weiter entsorgt worden“, verweist er darauf, dass die Leute auch die Sperrmüllkarte hätten nutzen können. Als die Abgabestellen noch geschlossen waren, sei auch sehr viel Grünschnitt an Waldrändern und an den Windschutzstreifen entsorgt worden, ergänzt der Teamleiter.

Noch mehr als Antolic und sein Kollege im Außendienst sind die fünf Mitarbeiter im Innendienst mit der Corona-Verordnung beschäftigt. „Die schnelle Lockerung ist mit vielen Fragen verbunden“, berichtet Andreas Grozinger. Vieles werde von der Landesregierung am Wochenende beschlossen und über die Medien bekanntgemacht. Noch ohne die genauen Durchführungsbestimmungen zu haben, klingele dann am Montagmorgen das Telefon. Bürger, Gewerbetreibende und Gastronomen wollen dann wissen, wie mit den neuen Regeln umzugehen ist und was genau gefordert wird.

Mit der Öffnung der Gaststätten und der Außengastronomie sei bei den täglichen Streifen genau hingesehen worden. Mängel wurden von den Gastronomen sofort aus der Welt geschafft, lobte Antolic die Kooperationsbereitschaft. Dies habe es der Stadt auch leicht gemacht, den Gastronomen mehr Flächen im Außenbereich zu ermöglichen. „Wir haben von den Betreibern schöne Lösungsvorschläge bekommen“, berichtet Grozinger.

Es gebe in der Stadt zwei Gruppen, den einen gehen die Lockerungen nicht schnell genug, den anderen zu schnell, berichtet Grozinger. Er habe Verständnis für beide Seiten, sagt er. Wenngleich er selbst gegen allzu schnelle Lockerungen sei. „Was wir jetzt erzielt haben, ist ein hervorragendes Ergebnis“, sagt er und fürchtet, dass man bei zu schnellen Lockerungen wieder ein paar Schritte zurückgehen muss.

Unabhängig vom Thema Corona nutzt Antolic zum Schluss des Gesprächs die Gelegenheit auf den seit Ende April geltenden neuen Bußgeldkatalog hinzuweisen. Er erinnert daran, dass sich die Bußgelder fast verdoppelt hätten. So kostet beispielsweise das Parken auf Gehwegen jetzt 55 statt 30 Euro.

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