Neuenburg Schwanger in der Pandemie

Elena Schröder und Christian Schlüter mit ihrer Tochter Frida Ruth Foto: zVg

Müllheim/Neuenburg am Rhein - Wie erleben die Eltern die Geburt ihres Kindes inmitten der Corona-Pandemie? Was kommt auf schwangere Mütter und werdende Väter zu? Elena Schröder und Christian Schlüter aus Neuenburg berichten von der Geburt ihrer nun drei Wochen alten Tochter Frida Ruth in der Helios-Klinik.

Eine gute Vorbereitung und eine entspannte Grundhaltung halfen den beiden eine der prägendsten Herausforderungen ihres Lebens zu meistern, heißt es in einer Mitteilung der Klinik.

Aufgrund anhaltender Pandemie-Auswirkungen finden derzeit fast alle Schulungs- und Veranstaltungsangebote online statt. Aber wie verhält es sich mit einem Geburtsvorbereitungskurs? Elena Schröder hatte nach erfolgloser Suche Glück, ihr Arzt konnte ihr kurzfristig einen Einzelgeburtsvorbereitungskurs verschreiben, bei dem eine Hebamme für einige Stunden nach Hause kommt.

Zur Vorbereitung haben die werdenden Eltern auch das Internet genutzt und die Seite der Klinik besucht. „Vor allen Dingen hat uns die Digitale Kreißsaalführung geholfen, das war authentisch und hilfreich.“ Als besonders positiv empfanden die beiden die Anwesenheit von qualifiziertem Personal. Neben der Chefärztin der Geburtsstation nehmen auch ein Kinderarzt und eine Hebamme an dem regelmäßigen Onlinetermin der Klinik teil.

Sorgen in der Schwangerschaft in Bezug auf Corona hatte Elena nicht sonderlich große. Sie versuchte Risiken gering zu halten, indem sie ihre sozialen Kontakte stark reduzierte und für ihre Arbeit schon früh eine Freistellung einholte, da sie einen Beruf mit engem Patientenkontakt ausübt. „Man darf sich nicht verrückt machen und sollte bei Unsicherheiten am besten mit Fachpersonal wie einer Hebamme oder einem Arzt sprechen.“

Die Wahl, in der Helios-Klinik Müllheim zu entbinden, traf die 27-Jährige mit gutem Gewissen. „Anfangs war uns nicht klar, ob Christian mit bei der Geburt dabei sein darf. Wir hatten schon Stories von Freunden aus anderen Klinken gehört, die teilweise bis zu elf Stunden draußen warten mussten, nur kurz reindurften und dann wieder gehen mussten. Es wäre schlimm gewesen, hätte er die Geburt verpasst.“ Bei der Helios-Klinik Müllheim darf der Partner die Geburt begleiten. Voraussetzung ist dafür ein allgemein guter Gesundheitszustand und ein aktueller, negativer Corona-Test.

Frida Ruth hatte es erst nicht eilig

Am frühen Morgen des 25. Januar war es soweit und die werdenden Eltern haben sich auf den Weg in die Helios- Klinik gemacht. Nachdem beide ein Aufnahme-Checkup inklusive negativem Corona-Schnelltest durchliefen, ging es für die beiden auf ein Stationszimmer. Sie hatten sich ein Familienzimmer gewünscht, da der jungen Familie Raum für Dreisamkeit nach der Geburt wichtig war.

Am Nachmittag wurden die Wehen stärker und es ging in den Kreißsaal. Dort und später auch in der Geburtswanne fühlte sich das Paar sicher und gut aufgehoben. Nicht zuletzt wegen guter Anleitungen und Hilfestellungen der anwesenden Hebamme. Wann immer möglich, wird in der Müllheimer Klinik eine Eins-zu-Eins-Betreuung im Kreißsaal angeboten, das heißt, eine Hebamme begleitet die werdende Mutter während der gesamten Zeit im Kreißsaal.

Um allen im Raum anwesenden Personen ausreichend Schutz vor einer Infektion zu bieten, trug jeder während der gesamten Zeit eine FFP2-Maske, das Personal zusätzlich persönliche Schutzausrüstung. In besonderen Fällen darf die Schwangere die Maske abnehmen.

Mit 3150 Gramm und 52 Zentimetern erblickte Frida Ruth schließlich um 19.35 Uhr das Licht der Welt. Der Vater erinnert sich indes an den Tipp der Geburtsvorbereitungshebamme, mit dem er seine Partnerin während der Geburt unterstützen konnte: „Sie sagte, wir sollen uns vorher ein Bild einer besonderen Strapaze der letzten Jahre machen. Im Kreißsaal sagte ich zu Elena immer wieder: ‚Denk an Peru, für jeden Schritt einen Atemzug. Damals sind wir einen Berg hoch bis auf 4000 Meter gewandert.“

Rückblickend summiert Elena Schröder: „Es kommt immer anders als geplant und was man dann bei der Geburt möchte, entscheidet man intuitiv. Es kann alles passieren, aber man sollte sich nicht verunsichern lassen, sondern es einfach auf einen zukommen lassen.“

Zeit für die Familie

In der Helios-Klinik herrscht seit dem Lockdown im Herbst 2020 ein Besuchsverbot, Väter dürfen ihre junge Familie jedoch besuchen. Darüber sind die frisch gebackenen Eltern eigentlich ganz glücklich, berichtet Christian Schlüter. „Wir möchten auch gerne den Rat unserer Nachsorge-Hebamme ernst nehmen und uns die ersten zehn Tage ausschließlich um unser Kind kümmern und keinen Besuch empfangen. Wir haben es all unseren direkten Verwandten gesagt und schon mit unseren Eltern einen Video-Call gemacht, um die erste Neugier zu decken. Die meisten haben Verständnis und freuen sich mit uns.“

Wie es nach den zehn Tagen mit Besuch in Zeiten von strengen Corona-Maßnahmen weitergehen soll, lassen die beiden auf sich zukommen, wollen aber vorsichtig bleiben. Jetzt sind die drei wohlauf und zufrieden in ihrem Zuhause angekommen.

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