Neuenburg Virus und Baustellen machen Sorgen

Alexander Anlicker

Corona, Innenstadtoffensive und Städtlecard: Der Vorstand des Neuenburger Gewerbevereins blickte bei der Mitgliederversammlung auf zwei arbeitsreiche Vereinsjahre sowie auf fünf Jahre Städtlecard und Geschenkkarte zurück.

Von Alexander Anlicker

Neuenburg am Rhein. Rund 20 Mitgliedsbetriebe hieß der Vorsitzende Thomas Senf bei der Mitgliederversammlung im Schulungscenter Lupberger willkommen. Insbesondere die Corona-Pandemie habe 2021 laut Schriftführerin Angelika Lais eine große Rolle gespielt. So wurden die Mitglieder übers Jahr verteilt immer wieder tagesaktuell auf den jeweils geltenden Stand der Corona-Maßnahmen gebracht. Es fanden Seminare für die Nutzung der Luca-App sowie eine Corona-Test-Schulung für die Mitgliedsbetriebe statt. Der im März 2021 geplante verkaufsoffene Sonntag wurde coronabedingt abgesagt, berichtete Lais.

Weitere Hiobsbotschaften für die Geschäfte der Innenstadt seien die Sperrung des Kronenrains durch den Bau des Parkhauses sowie die Sperrung der Rheinbrücke gewesen. Im Sommer 2021 folgte der Startschuss zur Innenstadtoffensive mit der Gründung des Aktionsbündnisses Innenstadt und der Aktion Heimatshoppen. Am 3. Oktober konnte der verkaufsoffene Sonntag wieder stattfinden, und Ende November wurde dann auch die Vereinbarung zwischen Stadt, Gewerbeverein und IHK zum Projekt „Pro Innenstadt“ unterzeichnet.

Bettina Rudolph berichtete von den Aktivitäten im Rahmen des Projekts. So hat sich ein Kreativ- und Marketingkreis gebildet. Finanziert durch die Stadt beriet die Schaufenster-Doktorin Karin Wahl die interessierten Gewerbetreibenden zur Schaufenstergestaltung, Warenpräsentation oder Bestuhlung in der Gastronomie. Ein Ergebnis wird in den kommenden Wochen unter dem Stichwort „Winterzauber“ sichtbar: eine einheitliche Schaufenstergestaltung in weißer Farbe. Weiße Sterne und weiße Pakete mit roten Schleifen sollen die Schaufenster zieren. Die im Zug der Landesgartenschau in der Stadt aufgestellten grünen Räder sollen durch weiße Räder mit Paketen auf dem Gepäckträger ersetzt werden.

Fünf Jahre Städtlecard

Frank Zipper ließ fünf Jahre Städtlecard Revue passieren. Insgesamt 3500 Kunden haben eine Städtlecard, davon kommen 24 Prozent aus Frankreich und 76 Prozent aus Deutschland. Drei Viertel der Städtlecard-Nutzer sind Frauen, wie Zipper berichtete. Insgesamt 4,8 Millionen Bonuspunkte im Gegenwert von einem Cent wurden in den vergangenen fünf Jahren gesammelt, damit wurden bislang Einkäufe im Wert von 110 000 Euro getätigt. Mit der Einführung der Städtlecard wurde auch eine Geschenkkarte eingeführt. Auf die Karten wurden bisher rund 35 000 Euro aufgeladen, die Einlösequote beträgt fast 75 Prozent, zieht Zipper zufrieden Bilanz.

Aktion „Pro Innenstadt“

IHK-Innenstadtberater Thomas Kaiser berichtete von den Ergebnissen der Aktion „Pro Innenstadt“. Die Arbeit des Innenstadtberaters wird für ein Jahr vom Land bezuschusst. Kaiser berät neben Neuenburg auch die Städte und Gemeinden Oberkirch, Kehl, Haslach im Kinzigtal, Ettenheim, Emmendingen und Neustadt. Gewerbetreibende aus diesen Orten hätten sich schon vier mal zum Austausch getroffen.

Mit Blick auf die Zähringerstadt habe er ein Sommer-Neuenburg und ein Winter-Neuenburg wahrgenommen. Als Beispiel nannte er die beiden prominent platzierten Eisdielen auf dem Rathausplatz, die diesen im Sommer belebten. im Winter aber verwaist seien.

Die Sperrung der Schlüsselstraße sei eines der größten Probleme für die Innenstadt gewesen, ebenso die zeitweise Sperrung des Grenzübergangs während der Bauarbeiten an der Rheinbrücke.

Auch wenn die Baustellen die Erreichbarkeit der Geschäfte über einen längeren Zeitraum beeinträchtigten, sei die Sanierung der Schlüsselstraße und der Bau des Wohn- und Geschäftshauses mit drei neuen Geschäften langfristig ein Gewinn.

Kaiser ging auch auf den Wandel in der Innenstadt ein. Die Gastronomie habe im Stadtzentrum den Handel, gemessen an der Zahl der Betriebe, überflügelt. Auch Dienstleistungsbetriebe nehmen zu, stellte der Innenstadtberater fest. Auch kommunale Dienstleistungen nehmen nicht nur in Neuenburg zu.

Als problematisch erachtet Kaiser den „stadtbildprägenden“ Tabakhandel. Man müsse schon fragen, welchen Nutzen der Tabakhandel für die Innenstadt hat. Gewerbeverein und Stadt müssten frühzeitig mit den entsprechenden Eigentümern sprechen, empfiehlt der IHK-Fachmann.

Wahlen

Turnusgemäß stand zur Mitgliederversammlung nur die Wahl der Kassenprüfer an. Hier wurden Julian Geng und Daniela Saurer einstimmig wiedergewählt.

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