Neuenburg Wasser: Ein verborgener Lebensraum

Das Grundwasser ist Lebensraum einer bisher kaum erforschten Vielzahl an Kleinstlebewesen wie des „Niphargus Laisi“. Foto: Cornelia Spengler Foto: Weiler Zeitung

Im Rahmen der Landesgartenschau 2022 in Neuenburg geht der Blick auch unter die Erde. Ein Projekt nimmt das Grundwasser als verborgenen Lebensraum unter die Lupe.

Neuenburg am Rhein. So haben dank ehrenamtlichem Engagement kürzlich die Kartierungsarbeiten für das Citizen-Science-Projekt „Grundwasser – Der verborgene Lebensraum“ begonnen. Dies geht aus einer Pressemitteilung der Landesgartenschau 2022 GmbH hervor.

Das Projekt, das federführend vom Institut für Grundwasserökologie und der Universität Koblenz-Landau durchgeführt wird, wird von der Landesgartenschau 2022 Neuenburg am Rhein veranstaltet und vom Innovationsfonds der Badenova unterstützt. Fünf Frauen und Männer sammeln über einen längeren Zeitraum hinweg Grundwasserproben. Die Wasserproben werden dann genau unter die Lupe genommen, um insbesondere Informationen über die Biodiversität im Grundwasser in der Region Südbaden erhalten zu können, heißt es weiter.

Viele verschiedene Kleinstlebewesen

Hüpferlinge (Cyclopoida), Bärtierchen (Tardigrada) und Vielborster (Polychaeta) bewohnen metertief unter der Erde das Grundwasser. Das seien nur einige Beispiele für die vielen verschiedenen Kleinstlebewesen, die diesen verborgenen Lebensraum so interessant machen. Die Namen dieser Kreaturen klingen merkwürdig, wie sie aussehen, wissen die wenigsten. Das habe auch die fünf ehrenamtlichen Kartierer dazu angespornt, an den grundwasserökologischen Untersuchungen mitzuarbeiten.

Wie spannend das Bestimmen der Tierchen unter einem Stereoskop sein kann, haben die fünf bereits bei einem Workshop im April erlebt. Seit Ende Juli führen sie nun selbstständig die Kartierungsarbeiten durch „und leisten damit einen wertvollen Beitrag zum Projekt“, heißt es von Seiten der LGS 2022 weiter.

Betreut wird die Gruppe von Cornelia Spengler und ihrem Kollegen Andreas Hofer vom Institut für Grundwasser Ökologie (IGÖ). „Beim Workshop haben wir das notwendige Wissen vermittelt und freuen uns, dass sich aktuell fünf Kartierer in Neuenburg und Umgebung ans Werk machen“, sagt Spengler.

Mit der Entwicklung des Projekts insgesamt zeigt sich Spengler sehr zufrieden. „Für das kommende Wintersemester ist wieder eine Projektstudie mit der Universität Freiburg geplant. Die Teilnehmer dort sollen sich dieses Mal die Untersuchung von Quellen vornehmen.“ Das Naturschutzzentrum im elsässischen Hirtzfelden „Maison de la nature du vieux canal“ habe im Juli eigenständig einen grundwasserökologischen Workshop für Kinder und Jugendliche ausgerichtet, der sehr gut angekommen sei. „Wir stehen außerdem mit dem Naturschutzzentrum in Rust in Kontakt, das sich gerne auch an dem Projekt beteiligen will.“

Biodiversität in Südbaden besonders hoch

Das Grundwasser ist Lebensraum einer bisher kaum erforschten Vielzahl an Kleinstlebewesen wie winzigen Krebsen, Milben oder Würmern. Diese Tierwelt spiele eine wichtige Rolle dabei, das Grundwasser sauber zu halten und die Wasserversorgung auch zukünftig sicherzustellen. In der Region Südbaden sei die Biodiversität im Grundwasser besonders hoch, aber bislang wenig erforscht. Hier will das Projekt im Rahmen einer Kooperation von Landesgartenschau 2022 Neuenburg am Rhein GmbH, den Universitäten Koblenz-Landau und Freiburg sowie dem Institut für Grundwasser Ökologie (IGÖ) gemeinsam mit Ehrenamtlichen eine Lücke schließen. Ziel sei es, etwa 200 bis 300 Grundwassermessstellen zu beproben und zu analysieren.

Das Projekt sei einzigartig und vereine Forschung, Naturschutz und Praxis und werde aus dem Innovationsfonds Klima- und Wasserschutz der Badenova mit 150 000 Euro unterstützt.

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