Neuenburg „Wir sind alle von Covid betroffen“

Soldaten der Deutsch-Französischen Brigade übernehmen die Erfassung der Personen, die sich testen lassen. Sepp (links) aus Dijon hat sich freiwillig für den Einsatz an der Corona-Teststation gemeldet. Foto: Alexander Anlicker Foto: Weiler Zeitung

Die letzte Woche der Sommerferien ist angebrochen, bei der Corona-Teststelle für Reiserückkehrer auf dem Autobahnparkplatz Neuenburg-Ost herrschte am Montagnachmittag reger Betrieb. Ein Schild auf Höhe des letzten Fahrzeugs in der Reihe wies auf eine knapp einstündige Wartezeit hin.

Von Alexander Anlicker

Neuenburg am Rhein. Seit Montag gelten verkürzte Öffnungszeiten der Teststelle. Statt von 6 bis 22 Uhr ist sie nur noch von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Die Verkürzung habe das Sozialministerium beschlossen, erklärt Fabian Delugas, der stellvertretende Geschäftsführer des Kreisverbands Müllheim des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), der die Teststelle im Auftrag des Sozialministeriums und des Landesverbands Badisches Rotes Kreuz betreibt. Mit der Verkürzung der Öffnungszeiten sollen die Labors entlastet werden. In den vergangenen drei Wochen wurden hier rund 40 000 Tests durchgeführt.

„Wir sind bis mindestens 15. September noch hier“, erklärt Delugas auf Nachfrage. Wie es weitergehe, werde politisch diskutiert. Im Raum stehen der Abbau der Teststation oder dass nur noch Reiserückkehrer aus Risikogebieten getestet werden.

Es gebe in jedem Landkreis eine Testmöglichkeit, die von der kassenärztlichen Vereinigung betrieben werde, erklärt Karin Bundschuh, Pressesprecherin des Badischen Roten Kreuzes, auf die Frage wo sich Leute testen lassen können, falls die Teststation abgebaut wird. Die nächste Teststation wäre die Fieberambulanz in Bad Krozingen, dort werde jedoch nur nach Voranmeldung getestet. Reiserückkehrer, die symptomfrei seien, könnten sich aber – so der aktuelle Stand – ohne Voranmeldung in Freiburg oder Emmendingen testen lassen.

Karin Bundschuh und Fabian Delugas lobten das große Engagement der Helfer, die sowohl bei Temperaturen von 37 Grad Celsius als auch bei Dauerregen ihren Dienst versehen. Täglich sind etwa 30 Helfer in zwei Schichten im Einsatz. Seit vergangenem Donnerstag werden die DRK-Helfer von Soldaten des Deutsch-Französischen Versorgungsbataillons unterstützt. Täglich seien vier deutsche und zwei französische Soldaten im Einsatz. Es ergebe Sinn, binational zu agieren, erklärt Hauptmann Markus Bayer, Presseoffizier der Deutsch-Französischen Brigade, angesichts der Tatsache, dass auch Grenzgänger aus dem Elsass die Testgelegenheit nutzten.

Sepp aus Dijon ist einer der französischen Soldaten, die an der Teststation ihren Dienst versehen. „Ich will einfach helfen. Wir sind alle von Covid betroffen und wir müssen etwas tun“, erklärt er, warum er sich freiwillig gemeldet habe. Zum Glück sei er nicht persönlich betroffen, antwortet er auf die Frage ob es in seinem familiären Umfeld und Bekanntenkreis Covid-Erkrankte gegeben habe. Aber die Nachrichten und Fernsehbilder vom Frühjahr hätten auch ihn bewegt.

Seine Aufgabe ist es, Name, Anschrift und Telefonnummer von den Testwilligen zu erfassen, die keine Gesundheitskarte haben, beispielsweise weil sie privat versichert sind.

Einer der Helfer vom Roten Kreuz ist der frühere Kreisgeschäftsführer Bernd Lais. Mit 67 Jahren steht er zwar nicht mehr an vorderster Front und nimmt Rachenabstriche vor, aber auch er will helfen. Als Helfer ordneter die Proben den Laborzetteln zu. Wenn es nötig ist, übernimm Lais auch die Aufgabe als Schichtführer und „sorgt für gute Laune bei den Helfern“. Er selbst ist den zwölften Tag im Einsatz. „Ich mache zwei Tage Dienst und dann einen Tag Pause“, erklärt er.

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