OB-Wahl Lörrach Möglicher Kandidat Seibt kommt bei Parteien unterschiedlich an

Marco Fraune
Der mögliche Kandidat Claus Seibt wird auf dem Thalmann-Facebook-Video von Matthias Lindemer und Sabine Schuhmacher unterstützt. Screenshot: Marco Fraune

Lörrach. Die Freien Wähler begrüßen, dass es nun voraussichtlich einen zweiten OB-Kandidaten geben wird. „Denn dann findet überhaupt erst eine Wahl statt“, erklärt Vorsitzender Jörg Müller gegenüber unserer Zeitung. Zugleich übt er sich in Zurückhaltung, da der 57-jährige Claus Seibt erst einmal überhaupt seine Kandidatur offiziell bekannt geben müsse. Wie berichtet, wurde diese am Wochenende in Aussicht gestellt.

Freie Wähler diskutieren über Kandidat Seibt

Mit einem zweiten OB-Kandidaten verbindet der Freie-Wähler-Chef die Hoffnung, dass auch kontrovers diskutierte Themen zur Sprache kommen. So habe sich seine Fraktion bei finanziellen Entscheidungen nicht wiedergefunden. Bürger könnten in Diskussionen mehr Einblicke erhalten.

Ob die Freien Wähler Seibt personell oder auch organisatorisch unterstützen werden, lässt Müller noch offen, damit werde man sich noch befassen.

In der Mitgliederversammlung der Freien Wähler Lörrach soll am Mittwoch, 18. Mai, ab 19.30 Uhr in der Halle 9 (ehemaliger TÜV), Gewerbestraße 9, das Thema Oberbürgermeister-Kandidatur auch zur Sprache kommen. Ein offizielles Votum werde es aber nicht geben. Vorher stehen Punkte wie der Jahresbericht, der Bericht der Stadtratsfraktion, der Ortschaftsräte und der Frauengruppe sowie Verschiedenes auf der Agenda.

CDU äußert Skepsis zum zweiten Bewerber

In Jubelstimmung ist die CDU-Ortsverbandsvorsitzende Ulrike Krämer nicht verfallen, vielmehr gehe man gelassen mit der in Aussicht gestellten Kandidatur um. „Einen hohen Pulsschlag hat es nicht ausgelöst.“ Mit kräftigem Stirnrunzeln hatte sie die Veröffentlichung des Facebook-Videos mit der möglichen Kandidatur durch den Lörracher Makler Jörg Thalmann gesehen. Angesichts dieses Vorgehens und der bislang wenig vorliegenden Infos sehe sie den Bewerber „skeptisch“.

Das Thema eigener OB-Kandidat bezeichnet Krämer als „relativ unwahrscheinlich“. Doch die Hoffnung gebe sie bis zum Schluss nicht auf. Positiv bewertet die CDU-Chefin, dass es angesichts der avisierten Kandidatur überhaupt eine Wahl gibt. Ende dieses Monats soll im Vorstand der mögliche Lutz-Kontrahent tiefergehend Thema sein.

Grüne wollen noch mit Lutz sprechen

Die Grünen haben ihre Suche nach einem eigenen OB-Kandidaten eingestellt, wie Fraktionschefin Margarete Kurfeß erklärt. Seibt komme nicht als Grünen-Kandidat infrage. „Dafür kennen wir ihn zu wenig, und es bleibt zu wenig Zeit, ihn kennen zu lernen.“ Zwar ist der 57-jährige Lörracher schon mit einer Bewerbung bei den Grünen vor wenigen Tagen vorstellig geworden, doch diese sei inhaltlich noch „sehr ausbaufähig“ gewesen. „Daran hätte noch viel gefeilt werden müssen.“

Mit finanziellen Mitteln und persönlichem Engagement hätten sich die Grünen für eine eigene Kandidatin ins Zeug gelegt. Wie berichtet, scheiterte diese Suche jedoch. Dennoch begrüßt es Kurfeß, dass die Bürger angesichts von zwei Bewerbern eine Wahl haben. „Das kann den Wahlkampf bereichern.“

Mit dem Amtsinhaber Lutz, der von der SPD unterstützt wird, wollen die Grünen noch Gespräche führen. So gebe es verbesserungswürdige Punkte, die zur Sprache kommen sollen. „Es gibt Hebelpunkte, die besser gemacht werden können.“

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