Ostertradition Spaßige Eierschlacht am „Eiemer See“

Gerald Nill
Ein armer Hasler Eierdieb wird von den Butzimummel in die Mangel genommen. Foto: Gerald Nill

Hunderte Zuschauer ließen sich vom durchwachsenen Wetter nicht vom Besuch des Eichener Eierspringens abhalten. Auch wenn es sich bei dem angeblich uralten keltischen Brauch um ein Wettspiel handelt, gab es am Ende nur Gewinner.

Fast wie Gladiatoren in die Arena zogen die unverheirateten jungen Männer am Ostermontag ganz in Weiß zum Badner Lied auf das Spielfeld neben dem „Eiemer See“.

Die Eierspringer, „Butzimummel“ genannt, hatten bereits am Samstag in der Nachbarschaft mit den historischen Figuren „Ankebäbi“ mit Hörnerkappe und „Bäberich“ in Markgräfler Tracht von Tür zu Tür den Spieleinsatz gesammelt: insgesamt über 700 Eier.

Einmarsch der Butzimummel mit über 700 Eiern. Foto: Gerald Nill

Plötzlich ist die Ruhe vorbei

Das Spiel wird eröffnet, wenn die Springer die Eier in 28 Nester aus Sägemehl legen, die die Tage des Monats Februar symbolisieren. Plötzlich ist es mit der Ruhe vorbei. Beim Startschuss machen sich die beiden Läufer Fabian Jost und Tim Schwald auf den 3,5 Kilometer langen Weg nach Kürnberg, um dort beim ehemaligen Gasthaus Sternen zwei Flaschen Wein zu holen. Sie bestimmen mit ihrer Laufzeit, wie lange das Spiel dauert.

Uraltes Ritual

Zufriedenheit strahlt Kurt Meyer, Vorsitzender der SG Eichen, als Organisator aus. Angeblich handelt es sich bei dem Gaudi-Wettkampf um ein uraltes, möglicherweise vorchristliches Fruchtbarkeitsritual. Moderator Dirk Schrank, stilvoll in Frack und Zylinder gekleidet, erklärt, dass die Akteure im ersten Teil des Spektakels die Eier auf die Nester verteilen und im zweiten Teil wieder einsammeln.

Sabotage mit Ansage

Doch die Zuschauer sind Saboteure und stören. Allen voran Gäste aus Hasel. Im erste Teil versuchen sie, die Eier zu stibitzen, im zweiten Teil legen sie welche zurück und machen den Springern das Leben schwer.

Die Butzimummel sind aber nicht wehrlos. Ihre Waffen sind im ersten Teil Schweineblasen an Stecken, mit denen sie nach den Eierdieben schlagen. Stefan Grether hat über 100 „Blodere“ organisieren können.

Im zweiten Durchgang wird es noch eine Spur derber. Dann setzen sich die Butzimummel mit schwarzer Schuhcreme zur Wehr, um zu verhindern, dass immer wieder Eier in die Nester zurück gelegt werden. Wer erwischt wird, muss die Arena verlassen.

So sehen gezeichnete, aber glückliche Eierdiebinnen aus. Foto: Gerald Nill

Wildes Getümmel ums Ei

Doch mit den Regeln nimmt es bei diesem Klamauk niemand so ganz genau. Es ist ein wildes Getümmel rund ums Ei und erfolgreiche Aktionen werden mit Applaus bedacht.

Die Zuschauer haben ihre helle Freude. Die weiteste Anreise hatten Besucher aus Berlin.

Jeder ein Gewinner

Nach 40 Minuten erscheinen endliche die beiden Kürnbergläufer, die mit einem Riesenapplaus begrüßt werden. „Ihr habt heute gewonnen“, ruft der Moderator den Butzimummeln zu. Aber an diesem Nachmittag ist jeder Teilnehmer ein Gewinner.

Abends findet der Ausklang im Löwenkeller mit dem Anken- und Eierball statt. Im Mittelpunkt steht dabei das traditionelle Eieressen. Was übrig bleibt, wird an den Tafelladen gespendet.

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