Rheinfelden 167 Namen auf der Warteliste

Weiterhin fehlen in den Rheinfelder Kitas (hier ein Bild von St. Michael) etliche Plätze. Die Schaffung neuer Plätze ist Daueraufgabe und Kraftakt in der Stadt zugleich. Foto: Gerd Lustig Foto: Die Oberbadische

Die jüngste Bedarfsplanung für Rheinfelder Kitas hat unmissverständlich aufgezeigt: Es fehlen Kita-Plätze, sowohl in der Ganztagesbetreuung als auch im Modell Verlängerte Öffnungszeit (VÖ). Es besteht also dringender Handlungsbedarf, zumal aktuell 167 Eltern auf der Warteliste stehen, die für ihr Kind einen eigentlich gesetzlich garantierten Kita-Platz suchen.

Von Gerd Lustig

Rheinfelden. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung ein erstes Paket an Maßnahmen per einstimmigen Beschluss auf den Weg gebracht. Dies hatte der Sozialausschuss vor knapp zwei Wochen nach eingehender Beratung auch so empfohlen (wir berichteten).

Mittels eines Anbaus entstehen in der Kita Bienenkorb in Karsau 25 Plätze. Im evangelischen Paulus-Kindergarten kommen 35 neue Plätze dazu, 25 davon für Kinder über drei und zehn für Kinder unter drei Jahren. Haushaltsmittel – einschließlich Fördergelder – stehen bereit.

Ebenso sollen weitere 20 Plätze in einem Waldkindergarten entstehen. Hier gibt es indes noch unzählige Fragen zum richtigen Standort. Für die weitere Zukunft sind in der Bedarfsplanung etliche Optionen angedacht, deren Verwirklichung in den nächsten Jahren geprüft werden muss.

„Alles in allem ist das Thema Kita-Plätze ein Dauerthema für die Stadt und noch dazu ein großer Kraftakt“, machte Oberbürgermeister Klaus Eberhardt zusammenfassend deutlich.

Für die künftigen Planungen schlägt der OB indes vor, jeweils nur eine aussichtsreiche Variante für den konkreten Ausbau zu verfolgen, und zwar jeweils ein Projekt in den drei Bezirken Herten, Kernstadt und Dinkelberg. „Es macht ja keinen Sinn, zehn Vorhaben zu verfolgen, sondern nur die realisierbaren, um so zu einer mittelfristigen Finanzplanung zu kommen“, erklärte Eberhardt.

Die einzelnen Maßnahmen sollen natürlich Schritt für Schritt in den Gremien diskutiert und abgestimmt werden, um zu einer Entspannung im Bereich des Angebots in den Kitas zu kommen. Dies nahmen die Mitglieder der Fraktionen zustimmend zur Kenntnis.

Mehr Plätze, mehr Personal, mehr Geld

Zuvor hatte es bereits aus allen Fraktionen positive Rückmeldungen zur Umsetzung der Maßnahmen zur Schaffung von nötigen Kita-Plätzen gegeben.

„Die Bedarfsplanung hat die Tendenz der letzten Jahre bestätigt, es gibt Bedarf in allen Bereichen“, sagte Inge Thoma (CDU). Gedacht werden müsse neben dem Bau auch an die Rekrutierung von Fachpersonal.

„Wir brauchen mehr Plätze, wir brauchen mehr Personal und wir brauchen mehr Geld“, brachte es Eveline Klein (SPD) auf einen kurzen Nenner. Ebenso regte sie an, zu prüfen, ob nicht mehr Plätze im Bereich der Ganztagesbetreuung geschaffen werden können, möglicherweise in einem Modell des Platzsharings, bei dem sich mehrere Familien zusammentun können.

Simone Fuchs, Leiterin des Fachbereichs frühkindliche Erziehung und Bildung, bestätigte dazu, dass diese Möglichkeit derzeit geprüft werde. Ergebnisse der jüngsten Befragung sollen demnächst vorliegen.

„Es fehlen überall Plätze, wir müssen handeln“, machte Rita Rübsam (Freie Wähler) deutlich. Vorausschauende Planungen seien angesagt und auch Synergien zu nutzen. Damit hatte sie die aktuelle Diskussion zur Schullandschaft und die mögliche Schließung der Grundschule in Eichsel im Blick, wo im Anschluss eine erweiterte Kita entstehen könnte.

„Es bedarf noch jahrelanger Kraftanstrengungen, bis wir den von uns angestrebten Anteil von 38 Prozent an Plätzen, gemessen an der Gesamtkinderzahl erreicht haben“, meinte Annette Lohmann (Grüne).

Wichtig sei daher auch, in naher Zukunft die Idee einer interkulturellen und interkonfessionellen Kita weiterzuverfolgen.

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