Rheinfelden Abschied von viel Liebgewonnenem

Petra Wunderle
Monika Schneegaß aus Nordschwaben löst ihr Museum auf dem Heuboden auf. Sie ist stolz auf alle Ausstellungsstücke, wie hier zum Thema Küche. Foto: Petra Wunderle

Monika Schneegaß aus Nordschwaben löst ihr Museum „Ausstellung auf dem Heuboden“ auf. Der „Flohmarkt im Stall“ bleibt weiterhin bestehen. Die 82-Jährige nennt ihr Alter als Grund dafür, dass sie sich von ihrem ganz persönlichen Museum trennen will. Sie hatte es im Jahr 2003 in ihrem alten Bauernhaus eingerichtet, das seither für die Öffentlichkeit zugänglich war.

Von Petra Wunderle

Rheinfelden-Nordschwaben - Eine steile Treppe führt auf den ehemaligen Heuboden im Ökonomieteil des schmucken Bauernhauses am Schluckackerweg. „Mehrmals diese Treppe hoch und runter, das kostet ganz schön viel Kraft“, gesteht Monika Schneegaß. Nach und nach werden die Ausstellungsstücke jetzt nach unten geräumt. „Ein paar Exponate habe ich bereits verkauft, und ich werde mich von den Antiquitäten trennen.“

Flohmarkt im Stall bleibt erhalten

Direkt unter dem Heuboden befindet sich der Flohmarkt im Stall, welchen Schneegaß seit 1997 betreibt und der erhalten bleiben soll.

Die begeisterte Sammlerin ist stolz auf das urgemütliche Museum zwischen alten Balken und getrocknetem Holz, welches sie mit sehr viel Herzblut aufgebaut hat. Immer wieder lud sie zu Ausstellungen ein, zum Beispiel „Zeitzeugen von 1850 bis 1950“. Privatpersonen aus der ganzen Regio, Gruppen und Schulklassen interessierten sich rege für die Ausstellungen auf dem Heuboden. Und wenn jemand eine Führung durchs Zeitmuseum wünschte, dann machte Schneegaß das mit Leidenschaft.

Einen guten Kontakt pflegt die 82-Jährige in die Nachbargemeinde Minseln beziehungsweise zum dortigen Dinkelbergmuseum, dem die Nordschwabener Sammlerin ab und zu bestimmte Stücke für Sonderausstellungen gerne ausgeliehen hat.

Wer Interesse an etwas hat, kann vorbeikommen

Das Museum in Nordschwaben, das auf rein privater Basis existiert, beherbergt viele kleine und große Gegenstände, alles fein säuberlich nach Themen sortiert. Dabei nahmen die Themen Haushalt und Landwirtschaft einen großen Platz ein. Viele Ausstellungsstücke stammen noch von ihren Eltern und Großeltern. Im alten Schrank hängen einzelne Wäschestücke der Mutter und Großmutter. Die Oma arbeitete als Weißzeugmacherin. Sie hat Spitzen nicht nur in die Wäschestücke eingenäht, sondern diese auch selber hergestellt. „Ich weiß, dass meine Großmutter für mehrere Wochen ins heutige Elsass gereist ist, um dort die Aussteuer für die jungen Mädchen zu nähen, außerdem hat sie Monogramme in die Wäsche eingenäht. Großmutter war für ihre Zeit eine emanzipierte Frau, sie verdiente schon damals selbst ihr Geld“, blickt Schneegaß zurück.

Sie ist sehr darauf bedacht, dass diese Erinnerungsstücke und Antiquitäten in die richtigen Hände kommen. Interessierte können gerne im Hause Schneegaß vorbeischauen, schließlich ist der Flohmarkt im Stall weiterhin immer freitags von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.

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