Die SPD will ihn, die Stadtverwaltung sieht ihn als unnötig: der Bürgerbus. Jetzt klärte der Verkehrsexperte Ulrich Grosse, schon mehrfach für Rheinfelden tätig, über die Nahverkehrsvariante auf.

Von Ulf Körbs

Rheinfelden. Im Bürgerbus fahren Freiwillige jene Passagiere, die nur unter größeren Schwierigkeiten das öffentliche Liniennetz nutzen können, zum Einkaufen oder auch zum Arzt. Und genau dieser Einsatz von Ehrenamtlichen macht eines der Probleme aus. Denn es braucht laut Grosse bis zu 35 Fahrer, um einen geregelten Betrieb aufrecht erhalten zu können. Zudem müssen Fahrpläne sowie Routen aufgestellt, die Fahrzeuge gewartet und auch Fahrerlaubnisse eingeholt werden. Kurz: Es wäre eine dauerhaft „anspruchsvolle Aufgabe für das Ehrenamt“, wie der Verkehrsexperte warnte. Zudem meinte er, dass ein solches Angebot angesichts der acht Linien in der Stadt mit 89 Haltestellen in Rheinfelden gar nicht notwendig sei, denn „selbst Nordschwaben hat ein passables Angebot“.

Die Sozialdemokraten im Ausschuss betonten, dass der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) aus ihrer Sicht sicherlich nicht durch den Bürgerbus ersetzt werden soll, wie Willi Hundorf betonte. Aber man sehe durchaus „einen gewissen Bedarf“.

Angebot für „Mobilitätsbeschränkte“

Den erklärte SPD-Stadträtin Eveline Klein als „sachkundige Bürgerin“ – sie ist kein Mitglied des Hauptausschusses, hatte also eigentlich kein Rederecht. Sie nannte als mögliche Zielgruppe jene, die den ÖPNV nicht nutzen können, also „Mobilitätsbeschränkte“, wie Oberbürgermeister Klaus Eberhardt sie nannte. Klein skizzierte auch, dass ihren Parteifreunden das Modell von Efringen-Kirchen vorschwebt. Hier muss man den Bedarf einen Tag vorher anmelden. Und es sei klar, dass es kein städtisches Angebot sein könne, worauf Paul Renz (CDU) zuvor hingewiesen hatte, sondern Sache des bürgerschaftlichen Engagments. Die Verwaltung könne aber unterstützend wirken, beispielweise mit der Übernahme der Benzinko­sten.

Solche Hilfestellungen lehnte der Rathauschef zwar nicht rundweg ab. Aber er betonte ebenfalls: „Wir haben uns für den Stadtbus entschieden.“ Zudem verwies er darauf, dass Rheinfelden schon bisher „mehr als jede andere Kommune für den ÖPNV in der Stadt bezahlt“. Eine Starthilfe sah er als möglich an.