Rheinfelden „Betonkartell“ treibt Kosten hoch

Das neue zentrale Feuerwehrgerätehaus an der Römerstraße wird deutlich teurer als ursprünglich angenommen. Foto: Ulf Körbs

Rheinfelden - Schlechte Nachrichten gab es für den Rheinfelder Bau- und Umweltausschuss am Donnerstagabend: Das neue Feuerwehrgerätehaus wird deutlich teurer.

Für die Kostensteigerung nannte Planer Sebastian Kittelberger zwei Hauptgründe: Zum einen müsse das Gebäude an der Römerstraße deutlich tiefer gegründet werden als ursprünglich angenommen. Man müsse nämlich wegen der geologischen Gegebenheiten bis auf die Rheinterassenschotterschicht in vier Metern Tiefe gehen. Zum anderen liegt die Verteuerung Kittelberger zufolge auch an den Betonpreisen. Laut Planer liegen diese in unserer Region um rund 15 Prozent über denen in Stuttgart. In diesem Zusammenhang sprach denn auch SPD-Stadträtin Karin Paulsen-Zenke von einem „Betonkartell“.

Hinzu kommt noch ein dritter Grund für Mehraufwendungen, der aber bereits bekannt war: die Erhöhung des Energiestandards auf die Förderrichtlinie KfW-55. Das kostet zwar zunächst einmal mehr, spart aber auf Dauer durch einen geringeren Verbrauch. Neben diesen Punkten könnten noch weitere Mehrausgaben durch zusätzlich gewünschte Ausstattungen hinzukommen. Doch wegen der besonderen Haushaltslage der Löwenstadt empfiehlt die Verwaltung, diese Wünsche auf die kommenden Projektberatungen und Etatplanungen zu vertagen.

Zuschusssituation

Die 15 Millionen Euro muss die Stadt aber nicht alleine berappen. So wurde der Fördermittelantrag beim Landratsamt bewilligt (wir berichteten in unserer Donnerstagsausgabe). Der Zuwendungsbescheid beläuft sich auf 735 000 Euro, wovon 720 000 Euro bereits in der Haushaltsplanung berücksichtigt wurde. Auch der höhere Energiestandard schlägt positiv zu Buche.

Der Förderantrag kann allerdings erst gestellt werden, wenn die Ausführungsplanung erstellt wurde. Dieser Zuschuss berechnet sich nach der Quadratmeterfläche des Gebäudes. Demnach wäre eine Summe von rund 175 000 Euro zu erwarten. Rechnet man Finanzbedarf und Zuschüsse gegen, bleibt für die Stadt ein Investitionsbedarf von 14,2 Millionen Euro.

Reaktionen

Während Oberbürgermeister Klaus Eberhardt betonte, „die Zentrale wird ein sehr hohes und modernes Niveau“ erhalten, fragte CDU-Ratsherr Rainer Vierbaum nach der Kostensicherheit. Diese könne niemand garantieren, wie es von Planer- und Verwaltungsseite hieß. Karin Paulsen-Zenke hofft, dass das „Betonkartell nicht noch einmal zuschlägt“.

Heiner Lohmann (Grüne) bekam auf seine Frage nach Ladestationen für Elektro-Autos gesagt, dass die Leitungen zwar berücksichtigt, die Stationen selbst aber vorerst nicht eingerichtet würden.

Lesen Sie das OV ePaper bis zur Jahresmitte 2021 für nur einmalig 59 Euro! Gleich HIER anfordern.

Umfrage

aed480ce-3312-11eb-a822-e68bb9bf65d7.jpg

Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert ein europaweites Wintersport-Verbot bis zum 10. Januar. Soll dieses Jahr Skifahren noch erlaubt sein? 

Ergebnis anzeigen
loading