Rheinfelden Blick auf Kirchlein ist dann weg

Die Oberbadische, 14.09.2018 18:38 Uhr

Hitzig ging es beim Ortstermin für die Adelberger Bebauungsplanänderung zu. Denn die Bauausschussmitglieder, einige Anlieger und interessierte Bürger mussten feststellen: „Der Blick auf das Kirchlein ist dann weg“.

Von Ulf Körbs

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Rheinfelden. „Das ist alles nichts“, schimpfte Adelberg-Küster Werner Nuß über die drei vorgestellten Varianten, die sich in Höhe und Grundfläche unterschieden. „Es ist uns stets versprochen worden, dass die Kirche immer sichtbar bleibt“, war er enttäuscht.

Dem widersprach aber die Vertreterin des Projektentwicklers BPB, Gudula Nike-Mast: „Die freie Sicht ist im Bebauungsplan nicht vorgesehen.“ Und auch Oberbürgermeister Klaus Eberhardt hielt fest, die höchste Variante sei von Verwaltungsseite „nicht favorisiert“, sondern eine niedrigere. Dadurch bliebe der freie Blick auf das Gotteshaus zumindest von der Basler Straße aus gewahrt. Dennoch musste er später während der eigentlichen Ausschusssitzung eine Abstimmungsniederlage hinnehmen. Trotz seiner Gegenstimme beschloss das Gremium, der vorgestellten Planung nicht zuzustimmen. Diese Beschlusslage spiegelt auch den Verlauf der Diskussion wieder.

Hier hatte Mieke-Mast noch einmal betont, es ginge nicht um Gewinnmaximierung, sondern sie begründete die Planänderung, die eine deutliche Erhöhung des fraglichen Gebäudes auf dem Areal der „Alten Apotheke“ mit sich bringen würde, damit, dass man den Hang dahinter in Richtung Kirche nicht „anknabbern wolle. Und zu Kirche sagte sie: „Sie werden sie nie mehr so sehen wie jetzt.“

Die Fraktionssprecher waren sich in ihrer Beurteilung einig: Die Adelberg-Bauung wirkt schon jetzt sehr massiv. So meinte Dieter Meier (CDU): „Es sieht alles sehr gedrängt aus. Die Pläne wirkten schon großzügiger.“ Und Willi Hundorf (SDP): „Wir haben den Eindruck, es entspricht keineswegs der vorgestellten Planung.“ Was sowohl Mieke-Mast als auch der Rathauschef zurückwiesen. Dass es „unter dem Strich zu massiv“ wirkt, vertrat auch Rolf Glück (Freie Wähler). Und Heiner Lohmann (Grüne) hielt fest: „Es ist ja positiv, dass Sie den Hang schonen wollen. Aber ich erinnere mich gar nicht, dass überhaupt in ihn gebaut werden sollte“. Er sei erschrocken über die Unterschiede zwischen dem Modell und der Realität.

Die Kritik an der Massivität der Bebauung war übrigens schon bei einer früheren Begehung der bereits fertig gestellten Baufelder laut geworden. Damals hatte Projektentwicklerin Mieke-Mast versichert, dass BPD sich sowohl in der Höhe als auch im Volumen an die Vorgaben gehalten habe (wir berichteten).

 
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