Rheinfelden Bürger fahren für Bürger Bus

Die Oberbadische, 17.05.2018 22:58 Uhr

Die SPD Minseln/Dinkelberg hat ein großes Projekt: Bürger fahren für Bürger. Das soll auch auf dem Dinkelberg möglich werden.

Rheinfelden-Minseln (pem). Zur Erinnerung: 2016 hat der SPD Ortsverein den Bürgerbus im Gemeinderat vorgetragen. Laut der Vorsitzenden Eveline Klein hieß es seitens des Gremiums: „Das ist nicht nötig.“ Auch sehe der Gemeinderat den Bürgerbus als Konkurrenz zum Linienbus. Die SPD Minseln/Dinkelberg sieht ganz klar eine Unterversorgung in den Ortsteilen samt Siedlung. Sie will einen Umdenkungsprozess im Gemeinderat erreichen.

Mitgliederversammlung

Auf Einladung des Ortsvereins nahmen in der Mitgliederversammlung am Mittwochabend Vertreter der Bürgerbusse Murg und Efringen-Kirchen teil, sie stellten detailliert ihre sehr gut funktionierenden Bürgerbusmodelle vor. Einstimmig hat die Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Minseln/Dinkelberg beschlossen, die Stadtverwaltung aufzufordern, sich weiter mit dem Thema Bürgerbus, beziehungsweise Bürgermobil zu befassen. Hierzu wird der Antrag aus der Gemeinderatssitzung vom 22. Februar dieses Jahres voll unterstützt, als ersten Schritt sollen Referenten eingeladen werden, die das Thema im Gemeinderat vorstellen.

„Der Bedarf ist da, gerade auf dem Dinkelberg. Wir dürfen den Bürgerbus nicht als Konkurrenz zum Linienverkehr sehen, er soll eine Ergänzung sein und Lücken ausfüllen, die noch nicht abgedeckt sind“, verdeutlichte Klein.

Bürgerbusmodell Murg

Monika Duttlinger und Dominik Moosmann von der Bürgerinitiative „Murg im Wandel“ sitzen selber am Lenkrad des Bürgerbusses, der seit fast vier Jahren die Menschen der 7000 Einwohner zählenden Gemeinde kostenlos transportiert. Anfangs waren die Fahrer – darunter ein pensionierter Busfahrer – mit dem Geschäftsauto der Gemeinde, einem Fünf-Sitzer Mercedes A-Klasse mit Elektroantrieb, unterwegs. Die SBG nahm den vertakteten Wochenend-Fahrdienst mit in ihren Fahrplan auf.

Waren es zu Beginn des Fahrangebotes überwiegend ganz junge Menschen, die mitgefahren sind, so kamen Erwachsene hinzu, auch waren die Leute innerhalb der vier Ortsteile unterwegs. Der Bürgerbus wurde so gut frequentiert, dass Zusatzfahrten stattfinden mussten. Der Bürgermeister hat daraufhin im Frühjahr 2015 veranlasst, dass Geld für ein größeres Fahrzeug eingestellt wurde. Mit dem Gewinn des Faktor-5 Sun 21-Preises in Basel erfuhr das Murger Projekt die erste überregionale Anerkennung ein Preisgeld über 5000 Franken. Seit 2016 wird mit einem 7-Sitzer Elektro Nissan gefahren, und zwar von Montag bis Samstag. Der Kauf konnte zu 80 Prozent durch Fördermittel und Sponsorenunterstützung finanziert werden. Bis Ende April wurden 13 580 Fahrgäste klimaneutral befördert.

Modell Efringen-Kirchen

„Unser Bürgerbus fährt seit einem Jahr, und er läuft sehr gut“, resümierte Christiane Breuer vom „9er Bürgerbus Efringen-Kirchen“, der immer dienstags und freitags von 8 Uhr bis 18 Uhr in der Hauptgemeinde und den neun Ortsteilen fährt. Die Fahrgäste werden zuhause abgeholt und wieder heim gebracht, es gibt keinen Fahrpreis, es gibt eine Spendekasse. „Die Leute sind sehr dankbar und spenden gerne. Dieses Geld verwenden wir für unsere Zusammenkünfte“, so Breuer, die von rund 100 Stammfahrgästen spricht. Der Bus gehört der Gemeinde, die 40 000 Euro für das Fahrzeug zur Verfügung gestellt hat, es wurde ein Sponsoring mit 3500 Euro jährlich eingebracht.

Auf die Frage von Gritli Hundorf: „Haben Sie Tipps wie man die Stadtverwaltung und den Oberbürgermeister für den Bürgerbus motivieren kann?“ antwortete Christiane Breuer: „Wir kommen und berichten.“