Rheinfelden Bürgerpreis geht auf den Spielplatz

Die Oberbadische, 06.12.2017 17:21 Uhr

Der mit 2500 Euro dotierte Bürgerpreis geht in diesem Jahr an die Interessensgemeinschaft (IG) Spielplatz Schwedenstraße in Oberrheinfelden. Den Ehrenpreis erhielt die Degerfelderin Gabriele Birlin-Pflüger für ihr vielfältiges bürgerschaftliches Engagement.

Von Ulf Körbs

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Rheinfelden. Norbert Dietrich, Vorsitzender der Bürgerstiftung, die jedes Jahr die Preise auslobt, hielt in seiner Laudatio fest, das bürgerschaftliches Engagement die wichtigste Leitlinie für die Vergabe der Auszeichnungen sei. Und ein besonderes Beispiel sei eben die IG, die vor 16 Jahren gegründet wurde . Damals ging es im Quartier Oberrheinfelden, dessen Bewohner zu 50 Prozent einen Migrationshintergrund haben. darum, mit periodisch wiederkehrenden Maßnahmen, eine bis dahin kaum exi­stente Kommunikationsplattform zu schaffen, schilderte Dietrich. Zunächst wollte man den an der Schwedenstraße vor sich hin dämmernden Spielplatz aufwerten. Danach wurde auch noch ein Bolzplatz gebaut und das Spielhaus „Pfiffikus“. „Dabei haben sich ungewöhnlich viele Bürger engagiert“, lobte der Stiftungsvorsitzende. Und ihre positive Erfahrung habe Integra- tion geschaffen, wodurch Oberrheinfelden im wahrsten Sinne des Wortes zur „sozialen Stadt“ geworden sei.

„Mir geht’s gut, wenn es anderen gut geht“, sei ihr Motto, verriet Stiftungsratsvorsitzender Rainer Liebenow in seiner Laudatio auf Ehrenpreisträgerin Gabriele Birlin-Pflüger. Er erinnerte an ihre Initiativen: 3000-Schritte-Rundweg, Pro Rheinfelden, Tschamberhöhlen-Initiative – um nur drei zu nennen. Und die Geehrte gestand in ihrer Dankesrede: „Wer mich kennt, der weiß, ich würde am liebsten die ganze Welt verändern. Ich bleibe aber hier in Rheinfelden.“

In seinem Grußwort lobte Oberbürgermeister Klaus Eberhardt die Bürgerstiftung: „Es gut, dass eines ihrer Ziele es ist, das Ehrenamt herauszustellen mit dem Ziel, dem Egoismus in der Gesellschaft entgegenzutreten.“ Wie schon der Stiftungsvorsitzende bedauerte auch er, den allseits zu findenden Einsatz von Ellenbogen für die eigenen Ziele sowie den Rückzug ins Private. Dieses Verhalten gehe vielfach einher mit einer Empfänglichkeit für einfache Antworten. Dies alles resultiere sicherlich auch aus der „fast tagtäglichen Belastungssituation“, die oftmals auch mit einem Gefühl der Machtlosigkeit einhergehe.

Eberhardt dankte der Bürgerstiftung auch, weil sie mit ihren Preisen zeige, „was die Stadt prägt und trägt“. Und über die Preisträger sagte er: „Es gibt kaum ein Anlass, bei dem Gabriele Birlin-Pflüger sich nicht ehrenamtlich einbringt.“ Er erinnerte dabei auch an „leidenschaftliches Engagement“ bei der Entente Florale. Und für die Spielplatz-IG fand er die lobenden Worte, sie habe Oberrheinfelden eine „Aufhellung“ gebracht, indem sie „nachhaltige, unentbehrliche Angebote geschaffen hat, die eine Klammer für das Zusammenfinden im Sinne einer sozialen Stadt bilden.“ Er bat alle Preisträger mit ihrem Engagement fortzufahren und ein Zeichen gegen die Negativströmungen in der Gesellschaft zu setzen.

 
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