Rheinfelden Das Kreuz kehrt nicht zurück

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Das historische Nollinger Feldkreuz hängt seit Jahrzehnten an der Wand der Werkstatt von Leonhard Eder. Foto: pem

Anlässlich des Jubiläums des 100-jährigen Bestehens der Stadt Rheinfelden hatte Gustav Fischer die Idee, das Nollinger Feldkreuz, welches seit Jahrzehnten in der Werkstatt von Bildhauer Leonhard Eder untergebracht ist, wieder an seinen Bestimmungsort Nollingen zurückzuführen. Allerdings ist das Projekt gescheitert, wie Fischer traurig einräumt.

Rheinfelden. Der Stifter, Leonhard Eder, war von Fischers Idee der Kreuz-Rückführung äußerst angetan. Schnell fand sich in der Stadt ein Personenkreis, dessen Angehörige neben Fischer und Eder mehr als zwei Jahre lang ehrenamtlich an der Umsetzung dieser Idee arbeiteten. Alt-OB Eberhard Niethammer, Ignaz Steinegger, Klaus Blechschmidt und Rainer Vierbaum rundeten den Kreis ab. Hinzu kam eine stattliche Zahl Nollinger Bürger, die sich einbringen wollte.

Nun allerdings teilt Fischer in Absprache mit dem Stifter mit, dass das Projekt „Feldkreuz“ nicht weitergeführt werde. Die Frage des Standorts als auch die aktuell erforderlichen Schutzmaßnahmen zur witterungsbedingten Sicherung dieses Kreuzes seien nach derzeitigem Stand nicht umzusetzen. „Die gerechtfertigten Schutzmaßnahmen in Form einer Ummantelung hätten Dimensionen angenommen, die das Kreuz selbst zur Nebensache gemacht hätten“, berichtet Fischer.

400 Kilogramm schwer und aus Sandstein

Das Nollinger Feldkreuz ist ein imposantes Werk. Es wiegt rund 400 Kilogramm, ist 3,50 Meter lang und 1,50 Meter breit. Dass es mit dem Korpus aus einem Stück geschaffen wurde, macht es zu etwas Außergewöhnlichem. Der separate Sockel ist in sehr gutem Zustand. Er besteht aus Degerfelder Sandstein, der sehr grobkörnig ist. Das Expertenteam schätzt, dass das Feldkreuz rund 200 Jahre lang im Freien gestanden und dementsprechend gelitten hat.

Im Jahre 1969 hatte der Rheinfelder Bildhauer vom Pfarrgemeinderat Nollingen den Auftrag erhalten, das Feldkreuz zu restaurieren. Seither steht es in Eders Werkstatt.

Wer das Kreuz schuf, kann man heute nur vermuten

Chris Leemann aus dem schweizerischen Rheinfelden ist davon überzeugt, dass das Feldkreuz ein Werk des Bildhauers Johann Isaak Freitag ist. Geboren wurde er im April 1682 im heutigen Schweizer Rheinfelden. Freitag starb am 19. Februar 1734. Der Holzbildhauer gilt als der Hauptvertreter der Plastik des Barocks im Fricktal. Seine Hauptwerke befinden sich im Fridolinsmünster in Bad Säckingen, im Hotel Drei König in Basel, Sebastians Altar und in der Pfarrkirche St. Niklaus von Herznach im aargauischen Fricktal.

Auch Leonhard Eder zieht in Betracht, dass das Nollinger Kreuz von Freitag gefertigt worden sein könnte. Dies wohl zu einem wichtigen Anlass.

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