Rheinfelden Das Wärmenetz wächst und wächst

Rund 1500 Tonnen Kohlendioxid-Ausstoß (CO2) erspart das bisherige Fernwärmenetz der Stadt. Das erfuhr der Rheinfelder Gemeinderat bei der Besichtigung verchiedener Punkte des Netzes am Donnerstag.

Von Ulf Körbs

Rheinfelden. Die aktuellen Baustellen dienen dem Anschluss des Georg-Büchner-Gymnasiums. Wie Projektleiter Werner Ganter den Stadträten und Vertretern der Verwaltung erläuterte, war auf dem Weg von der Gewerbeschule zum Gymnasium eine schwierige Hürde zu überwinden – die Querung der Nollinger Straße. Die war gerade erst zum zweiten Mal geteert worden.

Schwierige Querung der Nollinger Straße

Also versuchte man, unten durchzugehen und stieß auf Probleme: Im Untergrund befinden sich einige Kiesbänke – Stichwort: Nagelfluh – die nicht einfach zu durchbohren sind. Außerdem musste auch noch Rücksicht auf ein historisches Gewölbe im Untergrund genommen werden, wie Daniel Weiß vom Netzbetreiber, den Elektrizitätswerken Schönau (EWS), ergänzte. Man entschied sich, im Pressbohrverfahren ein Stahlrohr mit einem halben Meter Durchmesser in vier Metern unter der Straße vorzutreiben, in dem dann das Doppelrohr für die Wärmeleitung durchgeführt wurde.

Teurer, langfristig aber rentabler

Dieses Doppelrohr-Verfahren ist zwar zunächst einmal teurer, wie von Ganter zu erfahren war. Da es aber weit bessere Isolierung ermöglicht, zahlt es sich auf lange Frist aus. Zugleich mit den Rohren werden auch die Leitungen verlegt, die eine elektronische Leckage-Kontrolle ermöglichen. Außerdem kommen auch die Leerrohre für das Internet-Glasfasernetz in die Erde.

Schulen als wichtige Wärmelieferanten

Die Gewerbeschule ist übrigens ein wichtiges Glied in der Kette der Wärmelieferanten, wie die anderen bereits angeschlossenen Schulen. Denn deren „Abwärme“, die aus unterschiedlichen Quellen stammt, geht während der unterrichtsfreien Zeiten – Wochenenden und Ferien – ins Netz. Laut Weiß kommen dadurch rund ein Vietel des Bedarfs zusammen.

Evonik-Abwärme bringt Unmengen an Energie

Richtig ins Schwärmen gerät der EWS-Geschäftsführer, wenn er an die Nutzung der Abwärme von Evonik denkt. Das Projekt soll in der kommenden Woche unter Dach und Fach gebracht werden, wie er wissen ließ. Dann stünden „Unmengen von weiterer Heizenergie“ (Weiß) zur Verfügung, die durch das Herunterkühlen des rund 95 Grad heißen Prozesswassers auf 50 Grad gewonnen werden. Damit könnte man „Rheinfelden dreimal heizen“. Mit den heutigen 1600 Kilowattstunden können rund 1000 Einfamilienhäuser versorgt werden. À propos: Natürlich können sich auch Privathaushalte an das Netz anschließen lassen, wie Weiß betont.

Positive Entwicklung der wirtschaftlichen Seite

Aber nicht nur die positive Entwicklung mit Evonik für das Wärmenetz freut den EWS-Mann, sondern auch die wirtschaftliche Seite dieses Zweigs der Rheinfelder Stadtwerke: „Wir haben schon im dritten Betriebsjahr die schwarze Null erreicht, was ungewöhnlich ist.“

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