Rheinfelden - „Rheinfelden ist top, das macht die Stadt wirklich klasse.“ Voll des Lobes war gestern Udo Wenzl, Experte für Kinder- und Jugendbeteiligung. Nach einem Vorgespräch im Juli und einer ersten Themenkonferenz Anfang November leitete und moderierte er die zweite Konferenz aller achten Klassen im Bürgersaal.

Rund 150 Rheinfelder Schüler erarbeiteten im Stil eines großen Workshops in verschiedenen Gruppen, was sie sich für und in ihrer Stadt wünschen und vorstellen können. Und eine ganze Riege an Abteilungsleitern aus dem Rathaus, dazu Oberbürgermeister Klaus Eberhardt und Bürgermeisterin Diana Stöcker sowie einige Gemeinderäte, waren engagiert mit von der Partie. „So engagiert und konstruktiv wie hier habe ich es in den bisherigen Städte, wo ich auch war, wie beispielsweise Waldshut, Trossingen oder Freiburg, noch nicht erlebt“, zeigte sich Wenzl erfreut.

Hintergrund

Hintergrund der Kinder- und Jugendbeteiligung in ihrer Kommune ist der seit 2015 geltende Paragraf 41 der Gemeindeordnung Baden-Württembergs. Darin ist verankert, dass die Kommune auch Kinder und Jugendliche vor einer Entscheidung, die die Belange von ihnen betrifft, in angemessener Form einbeziehen muss. Früher geschah dies durch das Jugendparlament. Seit dessen Auflösung gilt nun der sogenannte „8er-Rat“, also die Gesamtheit aller achten Klassen am Ort, als ein geeignetes Instrument der Beteiligung. Und der Experte für Kinder- und Jugendbeteiligung sorgt für die richtige Aufgleisung und auch die Umsetzung des Prozesses.

Die dritte Konferenz ist bereits für Anfang des nächsten Jahres angedacht. Dort soll es dann nochmals konkreter werden und noch stärker ins Detail gehen.

Themen

Gestern wurden die Themen Digitalisierung, ÖPNV, schulübergreifenden Angebote, Wahlfächer an Schulen, Sicherheit in Rheinfelden und Cyber-Mobbing behandelt. Daneben kamen aber auch weitere Themen wie Freizeit- und Sportaktivitäten, Kunstrasenplatz, Sporthalle an der Gertrud Luckner-Realschule sowie Treffpunkte und Treffpunktmöglichkeiten für Jugendliche und Trinkspender an öffentlichen Plätzen zur Sprache. Die Idee eines Skaterparks, einer Trampolinhalle oder auch einer Rennstrecke für Modellautos wurden ebenso ins Kalkül gezogen.

Jugendreferent erstaunt

„Es ist schon erstaunlich, dass sich Achtklässler um Schulübergreifendes ernsthaft Gedanken machen“, lobte Stadtjugendreferent Andreas Kramer. „Ohnehin ist alles eine Riesenherausforderung für Achtklässler“, pflichtete auch Wenzl bei. „Engagiert“, „beeindruckt“ und „Lob für den Mut, Dinge anzusprechen und vorzuschlagen“: So lautete das Urteil der beteiligten Gemeinderäte und Vertreter der Verwaltung. „Visionen sind wichtig, die darf man nicht aus den Augen verlieren, notfalls muss man darum kämpfen“, empfahl Cornelia Rösner, Leiterin des Amts für Familie, Jugend und Senioren, dem „8er-Rat“. „Das war heute sehr diszipliniert, sachorientiert und kreativ“, lobte letztlich auch Oberbürgermeister Klaus Eberhardt und sprach von einigen „coolen Ideen“. Die Schüler ermunterte er daher, beharrlich für ihre Sache einzutreten.