Rheinfelden Der Deutsche Orden kehrt heim

Manfred Herbertz

Es war eine beeindruckende Kulisse, als die Mitglieder des Deutschen Ordens der Komturei „Am Oberrhein“ am Samstagvormittag unter den Klängen der „Hochmeisterfanfare“ von Johann Baptist Schiedermayr in die Schlosskirche von Schloss Beuggen einzogen, eingehüllt in schwarze Ordensmäntel mit schwarzem Kreuz auf weißem Schild auf der linken Brustseite. Der Anlass war ebenso beeindruckend: Der Deutsche Orden feierte das Hochfest seiner Patronin, der Heiligen Elisabeth von Thüringen, und kann gleichzeitig auf eine 800-jährige Geschichte zurückblicken.

Von Manfred Herbertz

Rheinfelden-Karsau. Mit dem Konveniat am Wochenende in Beuggen kehrte der Deutsche Orden (vollständig: „Orden der Brüder vom Deutschen Haus St. Mariens in Jerusalem“) gleichermaßen an seine Heimstätte zurück, denn Schloss Beuggen ist eine der ältesten Kommenden dieses Ordens. Das geschichtsträchtige Schloss war 560 Jahre lang Ordenssitz der Ballei Schwaben-Elsass-Burgund. Rund 35 Mitglieder – Familiaren genannt – zählt die Komturei. Heute betreibe der Orden Altenheime, Suchthilfeeinrichtungen und Krankenhäuser zum Wohl der Gesellschaft, wie Vizekomtur Pascal Schneller berichtet.

Es ist also nicht verwunderlich, dass Generalabt Frank Bayard, Hochmeister des Deutschen Ordens, beim Festakt von einer Heimkehr nach Schloss Beuggen sprach, das immerhin über ein halbes Jahrtausend hinweg Heimstätte des Ordens war. Mit dem festlichen Pontifikalamt, das der Generalabt zusammen mit dem Freiburger Weihbischof Peter Birkhofer zelebrierte, wurde das Hochfest der Heiligen Elisabeth von Thüringen gefeiert. Die musikalische Umrahmung übernahm das Südbadische Trompetenconsort.

Der Einzug der Familiaren gestaltete sich dem Anlass entsprechend festlich. Voran schritten Ministranten mit dem schwarzen Ordenskreuz und Weihrauch; es folgten Ordensbrüder und -schwestern des befreundeten Malteserordens sowie die Familiaren. Am Schluss zogen Weihbischof Birkhofer sowie Hochmeister Generalabt Frank Bayard ein.

Neues Buch vorgestellt

Im Rahmen des Konveniats fand bereits am Freitagabend ein Galadinner im Rittersaal mit der Buchvernissage „800 Jahre Deutscher Orden an Ober-, Hochrhein und in der Schweiz“ statt. Vizekomtur Schneller hat in vierjähriger Arbeit mit Unterstützung zahlreicher Co-Autoren dieses 400 Seiten umfassende Werk über die Geschichte des Deutschen Ordens in dieser Region geschrieben. Das Buch bietet nicht nur für Mitglieder, sondern allen Interessierten einen ebenso informativen wie kurzweiligen Überblick über Geschichte, Niederlassungen und Persönlichkeiten des Ordens in einer Region, die durch dessen Bauwerke eine nachhaltige Prägung hat.

„Die Ballei Elsass-Burgund ist mit ihrer ersten Erwähnung zu Beginn des frühen 13. Jahrhunderts eine der ganz alten Gründungen des Deutschen Ordens und mit ihrer territorialen Ausbreitung über verschiedene Grenzen heutiger Diözesen von Deutschland über Frankreich und der Schweiz hinweg wohl ein spannender Raum kultureller, religiöser und menschlicher Aspekte“, schreibt Generalabt Bayard in seinem Vorwort.

Jahrelange Forschungen Schnellers und zahlreicher weiterer Autoren stehen hinter diesem Werk, das sich damit auseinandersetzt, was den Deutschen Orden ausmacht. Alleine die Vielfalt dieser Texte verspricht eine spannende Reise durch 800 Jahre Geschichte.

Der Deutsche Orden wurde im Jahr 1190, während des dritten Kreuzzuges, vor der Hafenstadt Akkon in Israel zunächst als Hospitalbruderschaft gegründet. Schon 1198 wurde er in einen geistlichen Ritterorden umgewandelt und bestand in dieser Form über 700 Jahre. Er ist ein römisch-katholisches Ordensinstitut päpstlichen Rechts. Ein Einschnitt erfolgte mit der Säkularisierung unter Napoleon 1806, bei der dem Orden sämtlicher Grundbesitz entzogen wurde. Seit 1945 ist er in Deutschland wieder tätig.

KURZINFO

„800 Jahre Deutscher Orden an Ober-, Hochrhein und in der Schweiz“, Auf dem Gebiet der heutigen Erzdiözesen Freiburg und Straßburg  sowie der Bistümer Speyer und Basel. Ballei Elsass-Burgund – Komturei „Am Oberrhein“. Herausgegeben von Pascal Paul Schneller
2021 – Selbstverlag der Komturei „Am Oberrhein“ des Deutschen Ordens. www.deutscherorden.de/site/deutschland/komtureiamoberrhein.

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