Rheinfelden Der Fisch ist ein Knaller

Die Fotografin Petra Böttcher (rechts) und die Bildhauerin Mechthild Ehmann in dem Raum mit Fisch und Schiff in der Ausstellung der Zonta-Preisträgerinnen Foto: Jürgen Scharf Foto: Die Oberbadische

Von Jürgen Scharf

Rheinfelden. Der Fisch ist der Knaller. Petra Böttchers schon berühmt gewordener Fotoabzug „Von dem Fischer und syner Fru“, der mit der Sanftheit der Körnung, seiner Unschärfe und den kleinen Farbpartikeln wie gemalt aussieht, ist einer der Blickfänge in der Jubiläumsausstellung „20 Jahre Zonta Regio Kunstpreis“ im Rheinfelder Haus Salmegg.

Sehr interessant ist in dieser Ausstellung anlässlich der zehnmaligen Vergabe des Preises, der von sieben Zonta-Clubs der Region im Zwei-Jahres-Rhythmus ausgelobt wird, die Vielfalt und Unterschiedlichkeit der gezeigten Arbeiten. Die Schau präsentiert ein gelungenes Konzept, wie man viele künstlerische Positionen unter einen Hut bringen kann.

Das ist die Herausforderung einer solchen Sammelausstellung, und die hat Nicole Aellig-Kurz, bis Mai noch Präsidentin des Zonta-Clubs Südschwarzwald, als Vorsitzende des Arbeitskreises Kunst im Salmegg-Verein für Kunst und Geschichte gut bewältigt.

Die elf Preisträgerinnen zeigen ältere und neuere Arbeiten, um die künstlerische Entwicklung nachvollziehbar zu machen – das ist die Idee der Schau. Das bedingt aber auch, dass einige für diese Gegenüberstellung Gestern und Heute auf Leihgaben zurückgreifen mussten.

Auffallend sind die zwar sehr unterschiedlichen, aber doch sehr eigenen, fundierten Positionen von Kunstschaffenden, die schon lange künstlerisch unterwegs sind. Ins Auge fallen die großen Scherenschnittarbeiten („Sissifus“) von Cristina Ohlmer. In dem Raum befindet sich auch die imposante Chinatusche aus der Serie „Ablagerung“ von Colette Couleau.

Auch zwei Künstlerinnen aus Rheinfelden sind unter den Preisträgerinnen. Hier gibt es eine Wiederbegegnung mit älteren Arbeiten von Gabriele Langendorf, die Rektorin der Hochschule der Bildenden Künste in Saarbrücken ist. Man erinnert sich noch gerne an ihre realistisch gemalten Hotelschlafzimmer, Balkonbilder und Interieurs, von denen sie Beispiele mitgebracht hat. Im Vergleich dazu sieht man neuere Arbeiten, Stillleben von Alltagsdingen wie Schlüssel, Briefumschlag, Tablettenpackungen und Tüte.

Drei lebensgroße Figuren von Ruth Loibl dominieren den repräsentativsten Raum. Es sind textile Plastiken aus Kunstfaser, Leinen, mit gestopfter Holzwolle in einem Gerüst aus Korbgeflecht. „Marias Töchter“ und „Kleiner Narr“ haben Arbeitskleidung an, Jeans oder einen orangefarbenen Schutzanzug: gebrauchte Textilien.

Diese Arbeiten sind etwas Anderes.So kennt man die Künstlerin eigentlich nicht, die sich sonst mit Schriftbildern, Graphischem, Mustern und Ornamenten beschäftigt, wie man auf der „Körperwörterfläche“ noch sehen kann, einem Bild, das interessante Wörter über Körperteile versammelt und überlagert. Bei Loibl werden also beide Male Körper thematisiert – als Sprache und als Ding.

Das Spektrum ist breit gefächert, reicht von den zusammengenähten und bestickten Serien Judith Mundwilers über Radierungen von Daniela Erni bis zu dem Totenschädel-Videoobjekt von Gabriella Gerosa. In verschiedenen Räumen trifft man auf Marmor- und Massivglas-Skulpturen der Bildhauerin Mechthild Ehmann. Ihr transparentes Glasschiff („Charon“) passt sehr gut zum gestrandeten Fisch von Petra Böttcher, in dem Raum mit dem schönen Blick durch das Fenster auf den vorbeifließenden Rhein, wo auch der Fotoabzug von den Isteiner Schwellen hängt.  Bis 29. September, Sa und So 12 bis 17 Uhr

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