Rheinfelden Der Schüler selbst steht im Mittelpunkt

Aufklärung aller Art rund um den Schultyp Gemeinschaftschule gab es beim jüngsten Info-Tag. Foto: Gerd Lustig Foto: Die Oberbadische

Von Gerd Lustig

Rheinfelden. Wer etwas zu bieten hat, der darf und soll das auch zeigen. Nach dieser Devise verfährt die Gemeinschaftsschule (GMS), ein Schultyp, der vor etwa zweieinhalb Jahren an der ehemaligen Schillerschule in der Karl Fürstenberg-Straße eingeführt wurde.

Künftige Fünftklässler, Eltern und Interessiere waren am Donnerstag zu einem Info-Nachmittag eingeladen. Überall standen die Türen im altehrwürdigen Schulgebäude und auch im gegenüber liegenden Campus offen. Schulleitung, Lehrer, Schüler und Schülermitverantwortung (SMV) sowie als Kooperationspartner die Schulsozialarbeit und die Ganztagesbetreuung hatten ein vielfältiges und vor allem informatives Programm auf die Beine gestellt. Wer wollte, konnte sich ungezwungen einen Überblick verschaffen, was es denn mit Typus GMS auf sich hat. Und Rektor Hans Peter Brugger freute sich, dass dieses Angebot reichlich genutzt wurde.

„Dass die GMS Qualität hat, hat sich inzwischen herumgesprochen“, plaudert der Schulleiter aus seinen Erfahrungen. Die anfängliche Skepsis diesem neuen Schultyp in Baden-Württemberg gegenüber sei deutlich zurückgegangen. Es gebe natürlich noch Luft nach oben, was die Akzeptanz und die Schülerzahlen angeht. Aktuell besuchen die Bildungseinrichtung 354 Schüler. Dazu zählen derzeit noch die beiden letzten Jahrgangsstufen der früheren Hauptschule. Ab dem Schuljahr 2021/22 wird das Haus aber eine reine Gemeinschaftsschule sein.

„Hier bei uns stehen die Schüler selbst noch sehr im Blickpunkt“, wirbt Deutschlehrerin Vanessa Friedrich ganz eigennützig für den Schultypus. Hier werden die Schüler auf drei verschiedenen Niveaus unterrichtet, und das in einem Klassenzimmer. Beim Info-Tag versuchte sie daher einer skeptischen Mutter, die darin ein klein wenig Chaos sieht, diese Befürchtung zu nehmen. Und auch ihr Kollege Hannes Malter, der vor zwei Jahren von der Realschule in Lörrach an die GMS kam, pries die Vorteile. „Hier sind die Klassenlehrer wirklich noch nah dran an den Schülern und unterrichten zwischen zwölf und 16 Stunden“, legt er ebenso in die Waagschale wie die Tatsache, dass die Klassenverbände länger als woanders zusammenbleiben. Dass teils auf drei Niveaus unterricht wird, also auf Hauptschul-, Mittlere Reife- oder Gymnasial-Niveau, ist für ihn und seine Kollegen gut zu bewerkstelligen. „Der Unterschied liegt häufig in den individuell zu bewältigenden Aufgaben“, sagt Rektor Hans Peter Brugger und spricht von „individuellen Lernen“. Überdies muss man sich als Schüler erst nach der Klasse acht für eines der drei Niveaus tatsächlich entscheiden.

An insgesamt 17 Stationen gab es jetzt beim Info-Tag die Möglichkeit, schon einmal auf spielerische Weise hineinzuschnuppern in einen GMS-Alltag. Jeder bekam eine Art Laufzettel, auf dem alles aufgelistet war an Angeboten. Und wer alle Stationen, na ja, sagen wir mal fast alle, besucht hatte, der wurde mit einer schönen Süßigkeit belohnt. „Der erste Eindruck ist auch bei der Schulwahl oft der wichtigste, das Emotionale spielt eine Rolle“, ist sich Brugger sicher.

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