Rheinfelden Die „Alu Rheinfelden“ war sein Leben

Der Unternehmer Alois Franke, Chef der Aluminium Rheinfelden, ist nach längerer Krankheit verstorben. Foto: zVg/Aluminium Rheinfelden

Rheinfelden - Zu seinem 75. Geburtstag wollte er noch lange nicht an den Ruhestand denken. Jetzt ist der hochangesehene Unternehmer Alois Franke 78-jährig nach längerer Krankheit verstorben. Nicht nur seine Familie und Mitarbeiter, sondern die gesamt Löwenstadt trauert um ihn.

Der Verstorbene hatte sein Unternehmen, die Aluminium Rheinfelden, schon vor einiger Zeit in die Hände seiner Tochter Erika Zender übergeben. Sie lässt sich in einer Pressemitteilung mit den Worten zitieren: „Mein Vater hat sich große Verdienste erworben und Aluminium Rheinfelden zu einem international anerkannten Lösungsanbieter für Speziallegierungen, Halbzeuge und Söderberg Massen gemacht.“

Zweifelsohne war das der ganz persönliche Erfolg von Franke, denn der Betrieb stand im Jahr 1993, damals noch ein Teil der Alusuisse, vor dem Aus. Die hohen Energiepreise in der Region führten damals die einstmals führende Aluminiumhütte, in der die Geschichte der industriellen Aluminiumproduktion im 19. Jahrhundert begann, wie es in der Mitteilung heißt, in die Unwirtschaftlichkeit. Doch der damals 53-Jährige wollte nicht aufgeben. Zusammen mit Günter Grimmig kaufte er die zukunftsfähigen Teile des Unternehmens. Fortan schritt er als Beispiel für die Belegschaft voran. Seine Mitarbeiter lagen ihm dabei stets am Herzen, was sich auch darin ausdrückte, dass er einen Teil des Firmengeländes zu einem Park für sie umwandelte, der seinen Namen trägt.

Doch der promovierte Physiker, der aus dem Saarland stammte, war nicht nur Manager und Geschäftsmann. Sondern in seiner leutseeligen Art trug er stets auch soziale Verantwortung. Im Jahr 2001 wurden seine Leistungen und Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt. Und im Jahr 2015 erhielt er bei den Rheinfelder Wirtschaftsgesprächen die höchste Auszeichnung der Stadt, den Verdienstorden in Gold.

Der Biertrinker Franke war auch ein Genussmensch – Pflichterfüllung und gutes Leben war für ihn kein Widerspruch. Sein Ansehen wurde auch jenseits des Rheins gewürdigt: Im Burgund wurde er für seinen Verdienst um die Wirtschaft mit dem Ritterschalg zum „Chevalier du Tastevin“ geehrt und in die Bruderschaft aufgenommen, zu der nur Persönlichkeiten von Rang und Namen gehören.  Die Trauerfeier findet am Donnerstag, 25. April, ab 14 Uhr in St. Michael in Karsau statt, die Beerdigung anschließend auf dem Rheinfelder Hauptfriedhof. Die Familie, für die der Tod unerwartet kam, lädt alle Menschen, die es möchten, zur Teilnahme an der Trauerfeier ein. Trauernde können ihre Anteilnahme auch im digitalen Kondolenzbuch unter www.alurheinfelden.com zum Ausdruck bringen.

Sie möchten alle Nachrichten aus Ihrer Gemeinde lesen?
Dann testen Sie unser ePaper – 3 Wochen völlig gratis und unverbindlich! Klicken Sie HIER.

Newsticker

blank

Umfrage

100 Jahre Achtstundentag

Wie stehen Sie zur schwarzen Null und der Schuldenbremse im Bundeshaushalt. Sollte diese gelockert werden, wenn es um Investitionen in Bildung und Umweltschutz geht?

Ergebnis anzeigen
loading