Rheinfelden Die OZ-Druckmaschinen stehen still

Nach gut einem Jahr im Insolvenzverfahren kommt jetzt das Aus für das Unternehmen OZ Druck & Medien. Betroffen sind 57 Mitarbeiter, die demnächst die Kündigung erhalten. Foto: Gerd Lustig

Rheinfelden - Die Firma OZ Druck & Medien stellt den Betrieb ein. Sie hatte vor rund einem Jahr Insolvenz angemeldet. 57 Mitarbeiter sind von der Kündigung betroffen.

"Ja, da ist was dran“, beantwortete gestern der geschäftsführende Gesellschafter Michael Medweth die Existenzfrage der Firma und bestätigte das Aus. Ansonsten verwies er auf den Stuttgarter Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Stephan Rüdlin. „Ja leider, OZ Druck schließt“, hieß es gestern am Telefon aus der Landeshauptstadt. Und ganz konkret erklärte Rüdlin weiter: „Der Geschäftsbetrieb der insolventen OZ-Druck & Medien GmbH muss eingestellt werden.“

Darüber hat der Insolvenzverwalter die Mitarbeiter am Dienstag informiert.

Gläubigerschutz geht vor

Hintergrund ist, dass sämtliche Übernahmeangebote deutlich unter dem Wert einer Zerschlagung des Unternehmens lagen und eine Fortführung des Geschäftsbetriebs aus eigener Kraft nicht mehr möglich ist, schreibt Rüdlin in einer eiligst verfassten Pressemitteilung. „Daher hatte die Insolvenzverwaltung diese Entscheidung zum Schutz der Gläubiger zu treffen“, lautete die Begründung.

Und das heißt: Die zuletzt verbliebenen 57 Mitarbeiter werden demnächst ihre Kündigungen erhalten. Bis auf Weiteres soll der Geschäftsbetrieb noch aufrechterhalten werden.

Unternehmensabwicklung nach Betriebsende

„Nach dem Betriebsende wird die Abwicklung eingeleitet und verbleibende Unternehmenswerte werden veräußert, um die Gläubiger bestmöglich zu befriedigen“, teilt Rüdlin mit. Grundsätzlich äußert sich der Insolvenzverwalter bedauernd über die Entwicklung. „Bis zuletzt haben wir nach einem passenden Erwerber gesucht und dafür gekämpft, dass das Unternehmen erhalten bleibt“, versichert er.

Der Insolvenzverwalter lobte die Moral der Mitarbeiter. „Nur dank der Mitarbeiter war es überhaupt möglich, den Geschäftsbetrieb in dieser schwierigen Zeit über den langen Zeitraum von mehr als einem Jahr aufrecht zu erhalten, die Kunden zu bedienen, Gehälter zu bezahlen und für verschiedenste Zukunftslösungen für OZ Druck zu kämpfen“, erklärte er und ergänzt: „Umso mehr bedauere ich, dass es dazu nun nicht mehr kommen kann.“

OZ Zeitschriften-Verlag nicht betroffen

Die Firma OZ-Druck & Medien GmbH hatte am 30. Juli des vergangenen Jahres einen Insolvenzantrag gestellt. Das Verfahren war schließlich zwei Monate später am 1. Oktober 2018 eröffnet worden. Nicht betroffen von der Insolvenz war und ist die Firma OZ Verlag mit diversen Zeitschriften für Familien und Kinder.

Oberbürgermeister überrascht

Etwas überrascht vom Aus für OZ Druck & Medien zeigte sich gestern Oberbürgermeister Klaus Eberhardt. Die Stadt sei zwar beim Insolvenzverfahren involviert gewesen und auch informiert worden. Zuletzt habe er aber seit ein paar Monaten keine neuen Informationen mehr bekommen, habe also nicht gewusst, wie es aktuell steht. Mitbekommen habe er gleichwohl, dass der Betrieb im Immobilien-Scout im Internet angeboten worden war. „Grundsätzlich bedauert die Stadt natürlich die Schließung“, meinte Eberhardt. Vielerorts in Europa aber hätten Druck-Unternehmen in der Größenordnung wie OZ Druck in der Vergangenheit keinen leichten Stand und schwer zu kämpfen gehabt.

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