Rheinfelden Die Politiker schert es nicht

Die Oberbadische, 15.05.2018 22:58 Uhr

Die Kosten für den Steg sind gestiegen. Jetzt reißen alle ehemaligen Gegner den Mund wieder weit auf und sind bereit, die bereits angefallenen Kosten von 600 000 Euro in den Sand zu setzen.

Leserbriefe geben die Meinung ihrer Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

Der Steg wäre für beide Rheinfelden ein Vorzeige-Objekt, und deshalb für den Tourismus wichtig, ein Garant für Umsatz. Es ist blauäugig und dumm davon auszugehen, daß der vor Jahren erstellte Kostenplan heute noch einzuhalten ist. Wir erinnern an die Einführung des Euro: Die Einkommen und Renten wurden halbiert. Die Einkommen wurden angepasst, die Renten nur minimal. Aber die Preise für die Lebenshaltungskosten sind explodiert. Zu DM-Zeiten kostete eine Geranienpflanze nicht sieben, 250 Gramm Butter nicht fünf und die Handwerkerstunde nicht zwischen 80 und 120 Mark wie heute im Vergleich bei halbiertem Einkommen.

Dies ist auch die Wurzel der Armut – nur davon redet keiner unserer Politiker. Es scheint, sie schlafen gut bezahlt. So hatten sie beispielsweise auch als Fernziel die Elektrifizierung der Hochrheinstrecke im Visier, aber vergessen, daß für die lange Durststrecke dahin fahrgastfreundliche Neigetriebwagen zwischen Basel und Ulm verkehren sollten. Welchen Politiker interessiert schon dies, damit kann man kein Aufsehen erregen und Stimmen gewinnen. So wurden die fahrgastfreundlichere Reihe 611 zu Schrott verschlissen, die neue, 20 Jahre alte 612 Reihe, von der Presse hochgelobt, in Betrieb genommen und in der Praxis ist sie eine einzige Fehlkonstruktion. Nur die Politiker schert es nicht, obwohl sie es zu verantworten haben.

Diese Gedanken sollten auch die jetzt lauthals schreienden Gegner des Stegs versuchen nachzuvollziehen.

Irmengard Lützelberger |

Rheinfelden

 
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