Rheinfelden Ein Apfel darf auch mal kantig sein

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Bei der Baumsetzete am St. Josefshaus: die Beschäftigten Joachim Kopisch (2.v.l), Alden Hamza (6.v.l.), Martin Striebel (3.v.r.) und Thomas Klemm (4.v.r.) mit den Fachkräften David Schmid-Maier (5.v.l) und Carsten Lenzy (rechts) sowie Klaus Nasilowski (links), Armin Wikmann (3.v.l.), Dorina Huber (4.v.l.) Dieter Kuhn (5.v.r.) und Karsten Pabst (2.v.r.). Foto: zVg/Gräff

Insgesamt 14 Bäume alter Obstsorten haben Mitarbeiter der Gärtnerei und Teilnehmer aus den Fördergruppen des St. Josefshauses im Bereich der Bushaltestelle hinter der Gärtnerei gesetzt.

Rheinfelden-Herten. Die „Baumsetzete“ ist Teil des Programms des Vereins Streuobst-Klassenzimmer in Partnerschaft mit Hieber, dem Landschaftserhaltungsverband, dem Sozialen Arbeitskreis Lörrach (SAK) und dem Landratsamt Lörrach, wie das St. Josefshaus in einer Mitteilung schreibt.

Gepflanzt wurden alte Sorten wie Goldrenette, Kanadarenette, Kaiser-Wilhelm-Apfel, Berner Rosenapfel, Danziger Kantapfel, der so heißt, weil er wenig rund ist, dazu eine Nancy-Mirabelle und eine Katinka-Zwetschge.

Corona rückt Themenjahr in den Hintergrund

Dieter Kuhn, Teamleiter der Gärtnerei im St. Josefshaus, hatte bereits die Idee, Obstbäume mit alten Sorten zu pflanzen (rund 3000 gibt es), als er bei Hieber auf die „Baumaktion“ aufmerksam wurde. Voriges Jahr sollte im St. Josefshaus das Themenjahr Nachhaltigkeit werden, erklärt Werkstattleiterin Dorina Huber: „Wir haben auch einen Bildungsauftrag.“ Durch Corona sei das Themenjahr allerdings „etwas in den Hintergrund gerückt“.

In den vergangenen Tagen war es aber nun möglich, mit insgesamt zehn Bewohnern in Dreier- oder Vierergruppen die Erdlöcher auszuheben, die Stützpfosten einzuschlagen, die Netze gegen Wühlmäuse einzulegen und die Bäume einzusetzen.

In den Werkstätten des St. Josefshauses arbeiten 315 Menschen; die Gärtnerei ist Teil davon. In den Fördergruppen werden Menschen mit einem höheren Hilfebedarf betreut.

Die Lebensmittelkette Hieber beteiligt sich an der Baumaktion, indem ihre Kunden für jeden verpackungsfreien Einkauf einen Stempel erhalten und sie für jeden zehnten Stempel zwei Euro an das Projekt zahlt. Der Trend, alte Spezies zu erhalten, regional einzukaufen und auch Lebensmittel zu akzeptieren, die nicht perfekt aussähen, sei inzwischen „zur Bewegung geworden“, wird Hieber-Geschäftsführer Karsten Pabst in der Mitteilung des St. Josefshauses zitiert.

Armin Wikmann vom Verein Streuobst-Klassenzimmer freut sich vor allem, dass es heute möglich sei, Menschen dazu zu bewegen, Punkte für ein soziales und ökologisches Projekt zu sammeln. im zu Ende gehenden Jahr wurden laut Wikmann 50 Bäume in acht Projekten im ganzen Landkreis gepflanzt.

Auch der Landkreis Lörrach unterstützt das Projekt. „Streuobstbäume sind im Landkreis seit 50 Jahren im Rückgang. Früher war der Obstbau ein wichtiger Wirtschaftszweig“, erklärt der Obstbaumbeauftragte des Landkreises, Klaus Nasilowski.

Mit dem Anbau alter Obstsorten hat die Bioland-Gärtnerei des St. Josefshauses jetzt zusätzliche Bausteine im Angebot. „Unsere Beschäftigten werden zukünftig bei der Arbeit mit den alten Obstsorten das Thema Nachhaltigkeit ganz elementar erleben“, freut sich Werkstattleiterin Dorina Huber, „und unser Angebot der Gärtnerei wird erweitert.“

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