Von Martina Proprenter

Berufsberatung muss nicht langweilig sein. Experimente mit Kunststoffen, Lumineszenz oder Beton zeigten Schülern der Gertrud-Luckner-Realschule gestern die Vielfalt der Ausbildungsberufe in der Chemie – interaktiv dank Abstimmsystem.

Rheinfelden. Handys haben fast alle Jugendlichen und heruntergefallen ist es den meisten auch schon. Was tun, um es zu schützen? Lediglich Silikonmasse und Speisestärke sind dafür nötig, erklärten Nicola Gepperth und Esra Mandaci vom Förderverein Science & Technologie –­ und hatten so gleich zu Beginn ihrer Vorführung die Aufmerksamkeit der Jugendlichen sicher. Damit es auch so blieb, wurden sie aktiv eingebunden, durften mittels eines elektronischen Abstimmungsgeräts anonym Fragen beantworten.

Eine Stunde lang rührten die Leiterinnen, mit Hilfe von einzelnen Schülern, Beton und Zucker zusammen (so härtet er langsamer aus), erhitzten Thermolack mit einer Heißluftpistole (dieser ändert die Farbe) und tröpfelten Blut in ein Luminol-Waschmittelgemisch (es fluo­resziert).

Geschickt vermittelten die beiden nebenbei auch Grundlagenwissen oder wiesen darauf hin, dass es manchmal länger dauere, ein Experiment vorzubereiten, als es durchzuführen. Außerdem erklärten sie den Schülern, warum die jeweiligen Antwortmöglichkeiten falsch waren.

Vom Experiment zum Beruf ist es nicht weit: In kurzen Filmeinblendungen stellten Auszubildende die Berufsfelder Chemikant, Chemielaborant und Pharmakant vor – drei von 50 Ausbildungsmöglichkeiten in der Chemie.

Ob das Chemiemobil Schüler motiviert, sich für diese Berufsbranche zu entscheiden, lässt sich schwer prognostizieren, sagte Joachim Lerch, Vorsitzender Science & Technologie, beim Pressegespräch. Der Förderverein entwickelt seit 18 Jahren technische und wissenschaftliche Angebote für Kinder und Jugendliche. Aus dem ersten Projekt, den Science Days, ist 2012 das Science Mobil geworden, das von der Ortenau bis zum Hochrhein unterwegs ist. Entwickelt wurde dieses vom Förderverein, finanziert vom Sponsor Chemieverbände Baden-Württemberg.

„Transparent sein und werben“ ist für Oberbürgermeister Klaus Eberhardt mit Blick auf den Chemiestandort Rheinfelden wichtig. Denn einer älteren Umfrage unter Jugendlichen nach, habe das Berufsfeld Chemie für diese zwar einen hohen Stellenwert, eine Ausbildung würden aber nur wenige beginnen wollen.